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Dresdner Sportclub 1898 e.V. Abteilung Fußball | 19. Juni 2021

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Serie „DSC-Geschichte ab 1990“: Teil 13 = 2016-2018

05.05.2021

27.05.2017: SG Weixdorf - DSC 26.05.2018: DSC - SC Borea Dresden 13.05.2017: Rot-Weiß Bad Muskau - DSC 26.05.2018: DSC - SC Borea Dresden

26 Jahre Sportclub-Geschichte nach der politischen Wende haben wir hinter uns. Heute blicken wir auf die Landesklasse-Saisons 2016/17 und 2017/18 zurück. Neben einem Abstieg geht’s unter anderem um Wutausbrüche bei Trainern, Meistersterne, ein 15-Tore-Spiel sowie aus der 2. Männer aufrückende Trainer. Wir nähern uns mit gewaltigen Schritten der Gegenwart, genießt also nochmal den Blick zurück und lest, was Ihr bewusst oder unbewusst vielleicht schon wieder vergessen habt.

 

Saison 2016/17 (Landesklasse Ost)

In der Trainerfrage fällt nach dem Rücktritt von Knut Michael die Entscheidung zugunsten des Interimstrainer Stefan Steglich. Der Sportdirektor und Aufstiegs-Trainer mit der 2. Männer sagt dazu: „Ich freue mich, dass mir diese Aufgabe zugetraut wird und dass ich dieses positive Feedback für meine Arbeit zum Saisonende erhalten habe, dennoch habe ich mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht – insbesondere, da mir die Arbeit mit der zweiten Mannschaft sehr viel Spaß gemacht hat und ich das Team nun abgeben muss.“ Der Abteilungsleiter Marcus Zillich unterstreicht: „Wir sind sehr froh, dass Stefan Steglich diese Aufgabe annimmt. Er kennt die Mannschaft bestens und hat bereits am Saisonende eine eigene Handschrift erkennen lassen. Zunächst haben wir uns auch extern nach einem Trainer umgeschaut. Doch wir sind davon überzeugt, dass wir mit ‚Stegi‘ als Trainer die optimale Lösung gefunden haben und auch den nächsten Entwicklungsschritt mit der Mannschaft gehen werden. Auch aus dem Mannschaftskreis haben wir deutliche Signale verspürt, dass dies die zu favorisierende Lösung ist.”

Nach einigen Gesprächen, die Steglich selbst mit potenziellen Trainer-Kandidaten führte, war die Zusage für ihn keine leichte Entscheidung: „Da hängt ja einiges dran. Ich bin mit Herz und Seele DSCer, habe hier viele Jahre lang gespielt und bin ja auch Sportdirektor. Was ist, wenn es schiefgeht und wir Tabellenletzter sind, sich Erfolglosigkeit einstellt? Wenn ich als Trainer gehen muss, kann ich überhaupt noch ehrlichen Herzens als Sportdirektor agieren oder bin ich plötzlich ganz raus aus dem Verein?“, sagte er gegenüber der Sächsischen Zeitung.

Im DSC-Kader passiert dagegen eher wenig. Die Langzeit-DSC’er Alexander Preißiger und Christian Heinrich wechseln nach Laubegast und Torhüter Dario Arndt wechselt seinen Wohnsitz. Zugänge gibt es zunächst keine.

Die erste Entscheidung der Liga fällt dann schon vor Saisonbeginn. Bereits Anfang Juli zieht der FSV Budissa Bautzen seine 2. Mannschaft aus dem Spielbetrieb zurück. Damit entfällt ein Team der Landesklasse-Staffel und ein Abstiegsplatz. Regulär geht es also nur noch um einen verbleibenden Absteiger zuzüglich etwaiger weiterer Absteiger – je nach Abstiegs-Situation in der Landesliga Sachsen.

Nach ordentlichen Testspiel-Ergebnissen wird aber zunächst im Sachsenpokal die SG Kreinitz mit 5:1 klar besiegt. Dann geht es zweimal nach Großpostwitz zum SV Oberland Spree, der gerade erst aus dem SV Großpostwitz-Kirschau und dem SV Rot-Weiß Schirgiswalde neu entstanden war. Und der DSC ist nett und sorgt für Erfolgserlebnisse beim neuen Verein. In der zweiten Pokalrunde haben die Schwarz-Roten die Partie im Griff und beste Chancen. Dennoch wird aus einer 0:2-Auswärtsführung noch ein 2:2. Die Partie endet 5:4 für den Gastgeber, aber nicht nach Elfmeterschießen, sondern nach Verlängerung und wildem Treiben auf dem Platz. Eine Woche später im Ligaspiel geht der DSC wieder in Front und verliert erneut – diesmal mit 3:1.

Die Stimmung hellen ein 7:2-Heimerfolg gegen Trebendorf und ein 4:0-Auswärtssieg bei Crostwitz deutlich auf. In Erinnerung bleibt auch ein 3:2-Auswärtserfolg in Zschachwitz mit einem vielumjubelten Siegtreffer von Julius Wetzel kurz vor Spielende. Da wurde trotz kühlem November-Wetter jedem DSC-Fan richtig warm ums Herz. Nach 12 gespielten Spielen steht der Sportclub zur Winterpause auf Tabellenplatz 8 mit 14 Punkten und 23:23 Toren.

Den punktlosen ‚Schiebockern‘ (Bischofswerda II.) auf dem letzten Tabellenplatz werden zudem bei nur 5 geholten Punkten ganze 6 Punkte wegen Nichterfüllen des Schiedsrichtersolls abgezogen. Heißt also: Minuspunkte auf dem Konto des BFV. Zschachwitz liegt mit 9 Punkten auf der Habenseite auch schon etwas zurück – die Situation ist also relativ entspannt im Abstiegskampf. Parallel wächst im Steyer-Stadion die neue Gegentribüne ganz langsam empor – die Betonung liegt dabei aber auf langsam. Man kann Woche für Woche die neuen Steine und Betonelemente quasi an einer Hand abzählen. So verschwindet aber das nach dem Abriss der alten Holztribüne entstandene „Loch“ im Stadion allmählich. Die Betonkonstruktion ist bis zum Herbst fertig und es folgt auch die Dachkonstruktion.

Zur Winterpause dreht sich dann das Personal-Karussell. Nachdem sich im Herbst studienbedingt bereits Tobias Hildebrand verabschiedet hat, geht nun Philipp Gröblehner nach Hainsberg. Dafür werden diesmal eine Vielzahl an Neuzugängen willkommen geheißen: Torhüter Lasse Tegenkamp, Johann Wölk, Johannes Kliemt, Maximilian Riedel, Guido Tränkner, Marc Dietze, Louis Breuninger und etwas später dann noch Torwart Tom Berger.

Über die Hallenturniere und Testspiele hüllen wir besser den Mantel des Schweigens. Von letzteren gibt es auch nur zwei, weil durch das herrschende Winterwette über Wochen die meisten Fußballplätze vereist und nicht bespielbar sind. Wobei: die Niederlage bei Regionalligist Budissa Bautzen ist doch erwähnenswert, denn bei der verhältnismäßig knappen 3:0-Niederlage zeigen die Steglich-Schützlinge eine starke Leistung.

Zum Rückrundenauftakt gegen Oberland Spree ist das Tribünendach der neuen Gegentribüne im Steyer-Stadion nun fertiggstellt.Genutzt wird die neue Tribüne in der Folge aber nicht, auch wenn die sogenannte “Nordtribüne” im Mai 2017 beim DSC-Leichtathletikmeeting offiziell eingeweiht wird. Aber zurück zum Sportlichen: Auch im dritten Anlauf gegen den SV Oberland reicht es trotz Führung nicht zum Sieg (3:3). Diesmal ist Borek Pozivil nach 93 Minuten mit seinem späten Ausgleich trotz eigener Unterzahl der Spielverderber. Mit einem torlosen Remis gegen Bischofswerda II gönnt der Sportclub den Oberlausitzern nach dem 6-Punkte-Abzug das Erreichen der 0-Punkte-Grenze. Von bis dato sportlich erreichten sechs Punkten stammen immerhin auch zwei aus den beiden Partien gegen den DSC. Und mehr Punkte werden es bis zum Saisonende auch nicht mehr. Der Abgang von Mittelfeld-Stratege und Antreiber Marco Britschka (längere Weltreise) macht sich bemerkbar.

Nach 18 von 24 Spielen stehen die Friedrichstädter auf Rang 7 und schielen zumindest noch auf Tabellenplatz 5. Doch in der Folge beginnt eine Negativ-Serie. Alle sechs restlichen Partien gehen verloren. Das Torverhältnis von 5:28 spricht Bände und zeigt auf eine wenig glanzvolle Leistung zum Saisonende hin. Da wehrt sich der Sportclub nicht einmal mehr gegen die hohen Niederlagen am Stück. Besonders bitter stößt das letzte Spiel auf. Im eigenen Stadion unterliegen die 1898er Stadtkonkurrent Blau-Weiß Zschachwitz mit 2:5 (nach 0:5-Rückstand). Die Ostdresdner hatten bereits im Vorfeld ihren freiwilligen Rückzug aus der Landesklasse bekanntgegeben, ziehen mit dem 5:2 aber sogar noch am DSC vorbei – wegen des um ein Tor besseren Torverhältnisses.

Selten hat man sich so sehr auf eine Sommerpause gefreut. Endlich durchatmen und das Saisonende vergessen. Der DSC landet auf dem drittletzten Tabellenplatz, hat dennoch mit dem Abstieg nichts zu tun, für den Nichtabstieg hätte diesmal ein einziger Punkt ausgereicht.

Auf die meisten Einsätze kommt Robert Thomas mit 24 Spielen. Dank dem Spitzenwert von 10 Auswechslungen können Martin Käseberg und Julius Wetzel aber mehr Spielminuten vorweisen. Kristian Waltschew ist der Einwechsler vom Dienst (neunmal). Thomas ist mit 7 Treffern auch bester DSC-Torjäger vor Wetzel und Daniel Pfitzner (jeweils 6 Tore). Durchschnittlich 171 Zuschauer verfolgen die DSC-Heimspiele.

Die 2. Mannschaft wird von Michael Wege übernommen und erreicht als Neuling in der Stadtliga A einen guten 7. Platz.

Im Rahmen der bundesweiten Aktion „DANKE SCHIRI” ehrt der Sächsische Fußball-Verband die DSC-Schiedsrichterin Ines Walther für besonders engagierte und vorbildliche Leistungen sowie ihren unermüdlichen Einsatz.

 

 

Saison 2017/18 (Landesklasse Ost)

Nach dem enttäuschenden Saisonende der Vorsaison schöpfen die 98er schnell neue Kraft. Mit Franz Rösner wechselt der Torschützenkönig der Kreisoberliga Westlausitz vom LSV Bergen zum Sportclub – gerade im Sturm-Bereich ist ein richtiger Knipser mehr als willkommen. Zudem kommt Timo Hoffstadt neu hinzu. Der aus Nordrhein-Westfalen stammende Defensivspieler spielte zuvor schon sechstklassig in der Niederrheinliga beim SV Straelen, wo er unter anderem an der Seite vom Ex-Sportclub-Akteur Ronny Ernst aktiv war. Nach zwei Spielen muss Hoffstadt aber zunächst nach Berlin, von wo er im Winter zurückkehrt. Spannend ist auch Oliver Hrnecek, der aus München ins Ostragehege wechselt, absolvierte der Innenverteidiger doch schon einige Regionalliga-Partien für Unterhaching. Torhüter Ralph Schouppe, Tobias Haufe und Aleksandar Milic ergänzen das neue Sextett. Dies soll die Abgänge um beispielsweise Johann Wölk, Tom Deutschmann, Jens-Uwe Joneleit (Karriereende) und Maximilian Riedel kompensieren.

Trainer Stefan Steglich steht neben Mannschaftsleiter Enrico Rinke ab sofort auch ein Torwart-Trainer zur Seite – und mit Andreas Michael ist es ein alter Bekannter, der in den 90er-Jahren selbst sechs Jahre für die Schwarz-Roten auflief. Neuer Kapitän ist nun Marco Grahle.

Das erste Pflichtspiel der Saison ist die erste Landespokal-Runde beim SV Wesenitzal. Die 100 Zuschauer in Dürrröhrsdorf sehen ein spannendes Spiel, welches im Elfmeterschießen entschieden wird. Mit dem 5:3 n.E. (1:1 n.V.) endet der Pokal nach zwei verschossenen Strafstößen. Die Gastgeber lassen dabei einen Spieler schießen, der gar nicht eingewechselt worden war. Der DSC legt erst einmal Protest ein, nimmt diesen aber später wieder zurück, da der Spieler seinen Strafstoß vergeben hat und man so die sportliche Entscheidung akzeptiert.

Den totalen Wahnsinn erleben die 100 Zuschauer beim LSV Neustadt/Spree dann zum Saisonauftakt. Der DSC tritt mit einer Rumpfelf an, führt aber bereits nach sieben Minuten mit 0:2. Keine vier Minuten später steht es 2:2 durch zwei Treffer von Edenilson De Souza Barros. Der Brasilianer macht kurz darauf seinen lupenreinen Hattrick binnen neun Minuten perfekt. Aber diesmal trifft er ins eigene Tor. Franz Rösner erhöht bis zur Pause auf 2:4. Nach der Halbzeitpause geht es munter abwechselnd weiter: dank zweier weiterer Eigentore und je einem Treffer von Julius Wetzel sowie Robert Thomas steht es zehn Minuten vor Schluss 4:8. Wer jetzt aber dachte, das war’s schon, hat sich gewaltig geirrt. Neustadt/Spree verkürzt in der 90. Spielminute auf 6:8. In der Nachspielzeit sieht DSC-Schlussmann Tom Berger wegen einer Notbremse Rot. Den fälligen Strafstoß nutzt der LSV gegen Feldspieler Nick Nowack im Tor zum 7:8. Die verbliebenen zwei Spielminuten übersteht der Sportclub – auch dank der taktischen Maßnahme von Coach Stefan Steglich, der sich selbst einwechselt – andere Wechsler stehen nicht zur Verfügung. 15 Tore mit einem erkämpften Dreier in Neustadt – das ist ein irrer und aufregender Saisonauftakt.

Wer nun denkt, so spektakulär geht es weiter, hat recht. Leider zu Ungunsten des DSC. Dass es kein gutes Zeichen ist, sieben Gegentore zu bekommen, ist klar, denn selten schießt man acht Treffer. Trotzdem gelingt dies der SG Striesen am zweiten Spieltag – leider gegen unsere Friedrichstädter, die nur einmal treffen und nach 1:0-Führung daheim mit 1:8 untergehen. Peinlich!

In den folgenden 11 Spielen der Hinrunde bis zur Winterpause gelingt nur noch ein einziger Sieg. Mit 3:2 besiegt das Steglich-Team die zweite Mannschaft des FC Oberlausitz Neugersdorf. Drei weitere Unentschieden machen die Bilanz kaum besser. Zur Winterpause ist der DSC abgeschlagen Letzter und hat eigentlich nur noch zwei Kontrahenten in Blick- sowie Reichweite. Erwähnenswert ist noch eine Spielabsage bei Borea Dresden wegen Sturm. Wetterbedingt sagt der Staffelleiter das Spiel bereits am frühen Morgen ab, weil der starke Wind weder Spieldurchführung noch Anreise sicher gewährleisten können.

Bereits im Oktober nutzt der DSC spielfreie Wochen zur Aufarbeitung. Abteilungseiter Marcus Zillich sagt dazu: „Jeder, der auf die Tabelle schaut, weiß was nun zählt. Wir müssen den Abstiegskampf annehmen, um die Trendwende zu schaffen. Hierzu haben wir uns mit dem Mannschaftsrat zusammengesetzt und Reserven identifiziert, dabei zugleich auch an jeden einzelnen Spieler appelliert.“ Auch der Kreuzbandriss von Franz Rösner, der für das Saison-Aus des Stürmers sorgt, ist ein negativer Aspekt. Mit Michael Wege wird der Trainer der 2. Mannschaft zum Co-Trainer der Ersten befördert. Seine gute Arbeit in der Zweiten und bereits auch einige Spieler-Einsätze in der Ersten haben überzeugt, um Stefan Steglich als Co-Trainer zu unterstützen. Zudem rücken einige Spieler der Zweiten in den Kader der 1. Mannschaft auf, um für mehr Konkurrenzkampf zu sorgen.

Erfolge stellen sich aber zunächst nicht ein, was der beschriebene Hinrunden-Verlauf zeigt. Zur Winterpause verlässt Torwart Tom Berger den Verein in Richtung Leipzig und Oliver Hrnecek geht beruflich bedingt nach Berlin.

Das Rückspiel gegen Neustadt/Spree sorgt wieder für Aufregung. Im Heinz-Steyer-Stadion steht es nach 90 Minuten 1:0 für die Lausitzer, als Rico Niederlein im Strafraum zu Fall gebracht wird und der Schiedsrichter auf Elfmeter für den DSC entscheidet. Es folgen nun große Diskussionen der Gäste, die mit der Entscheidung nicht einverstanden sind. Der Schiedsrichter wird regelrecht belagert, der zum Strafstoß bereitliegende Ball wird weggeschossen, die Offiziellen und Wechselspieler protestieren. Das Schiedsrichtergespann hat Mühe, den Überblick zu wahren und verteilt in dieser Phase insgesamt und völlig zu Recht drei gelbe Karten und schickt Paszlinski schließlich vorzeitig zum Duschen. Ganze sechs Minuten nach der Strafstoß-Entscheidung kann Daniel Forgber für den DSC endlich antreten und trifft flach ins rechte Eck zum Ausgleich. Damit geht die Hektik aber weiter, denn Gästetrainer samt Auswechselspieler zetteln in der DSC-Coaching-Zone einen Tumult an. Der Schiedsrichter verweist schließlich LSV-Trainer Karsten Haasler und DSC-Co-Trainer Michael Wege des Innenraums. In der weiteren Diskussion fliegt zudem Florian Kloß mit gelb-rot vom Platz. Inzwischen läuft die 100. „Spielminute“. Das Schiedsrichtergespann pfeift aber das Spiel gar nicht mehr an, so dass es beim 1:1 bleibt. Gäste-Coach Haasler war schon mehrfach auffällig und vom Sportgericht zu umfangreichen Strafen verurteil worden. Das Hinspiel musste Haasler vom Fenster des Vereinsgebäudes aus verfolgen, da er nach einem anderen Vorfall einige Spiele Sperre erhalten hatte. Auch nach dieser Partie gibt’s eine saftige Strafe für den emotionalen Neustadt-Trainer, der gern mal seine gute Kinderstube vergisst.

Abseits des sportlichen Bereichs wird in der Februar-Mitgliederversammlung beschlossen, dass der Meisterstern verpflichtend auf allen neuen Trikotsätzen des Vereins verwendet werden soll. Den Meisterstern mit der „2“ als Aufschrift darf der Dresdner SC als unterklassiger (niedriger als 3. Liga spielend) Verein für seine beiden deutschen Meisterschaften tragen und dieser soll symbolisch für die große Historie und damit auch Besonderheit des Sportclubs stehen.

Am 21. März 2018 erreicht den Dresdner Sportclub 1898 derweil eine traurige Nachricht. Mit Heinz Wolf verstirbt ein Urgestein im stolzen Alter von 94 Jahren, der sich als langjähriger Fan und ehrenamtlicher Helfer (Mannschaftsleiter, Nachwuchsbetreuer) verdient gemacht hat und zugleich Ehrenmitglied war.

In der Winterpause kann der DSC eine weitere Verstärkung für die Rückrunde begrüßen, mit Alexander Preißiger kehrt ein alter Bekannter vom Hainsberger SV zurück zu den 98ern. Er selbst sagt zu seiner Rückkehr: „Es wäre sehr schade, wenn der DSC den Gang nach unten antreten müsste und ich möchte dabei helfen, dies zu verhindern.”

Dies bleibt leider ein Wunsch, denn die Saison geht so weiter, wie das Jahr 2017 aufgehört hat. Nach fünf Niederlagen in Folge (unter anderem 1:6 in Oderwitz, 1:5 gegen Oberland Spree) gibt‘s gegen Crostwitz immerhin den ersten Punkt des Jahres 2018. Doch zu diesem Zeitpunkt ist der Abstieg des DSC quasi schon besiegelt und nur noch theoretisch abwendbar. Es stimmt einfach nicht im Team. Es ist kein Aufbäumen zu erkennen, man wehrt sich nicht genug gegen den drohenden Abstieg.

Es folgen wieder vier Niederlagen – der letzte Tabellenplatz und Abstieg ist dem Sportclub nun nicht mehr zu nehmen. Dann ein kleines „Achtungszeichen“ beim 4:3-Sieg in Weixdorf. Am letzten Spieltag wird feiner Sommerfußball in Rand-Hoyerswerda gespielt und der Sportclub siegt mit 4:1 beim SV Zeißig. Verdient, aber 15 Punkte aus 26 Saisonspielen lassen kaum Freude aufkommen. Mit 48 geschossenen Toren kann man ja noch leben, aber 90 Gegentore bedeuten 3,5 Gegentreffer pro Spiel im Durchschnitt. Das ist eine Katastrophen-Bilanz! Erstaunlicherweise schafft es Trebendorf auf ein noch schlechteres Torverhältnis, holt dennoch 10 Punkte mehr und wird Drittletzter, was zum Klassenerhalt reicht. Da sich der Serienmeister Rot-Weiß Bad Muskau freiwillig aus der Liga zurückzieht, steigt am Saisonende einzig der DSC ab, mit neun Punkten Rückstand auf den Vorletzten Borea auch mehr als verdient.

Daniel Forgber kommt auf die meisten Einsätze sowie Spielminuten, gefolgt von Julius Wetzel und Robert Thomas. Thomas wiederum ist mit 10 Treffern bester DSC-Torjäger vor Eigengewächs Adrian Herkt, der achtmal erfolgreich ist. 38 Spieler kommen insgesamt zum Einsatz, dabei aber auch neun Spieler mit weniger als 90 Minuten. Sechs Platzverweise für DSC-Spieler stehen zu Buche. Nur noch 162 Zuschauer wollen die DSC-Heimspiele im Schnitt sehen – kein Wunder bei den Ergebnissen und Leistungen.

Für Stefan Steglich ist es das Ende als Trainer, was aber schon vor Saisonbeginn feststand, da sich Steglich aus privaten Gründen auf die Aufgabe als Sportdirektor konzentrieren möchte. Die Nachfolge wurde mit dem „Hochziehen“ von Michael Wege bereits gelöst, so dass Wege schon das Saisonende nutzen kann, um die neue Saison vorzubereiten. Dass Wege das DSC-Team nach dem Abstieg in die Stadtoberliga übernimmt, verkündet Abteilungseiter Marcus Zillich bei einem Fan-Stammtisch Ende April: „Im Rahmen vieler Gespräche innerhalb der letzten Wochen hat Michael Wege mit seinem Konzept für die Zukunft der 1. Männer überzeugt und genießt das volle Vertrauen und die volle Unterstützung der gesamten Abteilung Fußball.“

Die 2. Mannschaft wird nach Michael Wege von Thomas Rostock-Hirche trainiert, der nach einer Schulterverletzung als Spieler ausfällt. Mit Platz 4 gibt es ein tolles Saisonresultat in der Stadtliga A zu feiern – in der gesamten Rückrunde gibt es nur eine einzige Niederlage.

 

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