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Dresdner Sportclub 1898 e.V. Abteilung Fußball | 3. Dezember 2022

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Interview mit den Architekten des Stadion-Neubaus von O+M

22.02.2022

Foto: ARGE Phase 10/ O+M ARCHITEKTEN BDA

Bild: Stadion-Außenansicht Planung Heinz-Steyer-Stadion (Bild: ARGE Phase 10/ O+M ARCHITEKTEN BDA)

Der Abriss des Heinz-Steyer-Stadions läuft auf Hochtouren, die Baugrube für die neue Südtribüne ist beinahe fertig. Dafür ist von der ehemaligen Ostkurve bald nur noch ein Erdwall übrig. Aktuelle Fotos vom Stand der Bauarbeiten gibt es bei www.stadion-dresden.de.

Doch welchen Blick werfen die beteiligten Dresdner Architekten auf das Projekt? Welche Idee steckt hinter dem Entwurf? Was waren die größten Herausforderungen? Wie laufen die Detailplanungen? Dies und einiges mehr erfahrt ihr im Interview von Stadion-Dresden.de, welches im Folgenden als kurzer Auszug zu finden ist. Dazu gibt es neue Planungsbilder vom Stadion-Projekt.

Das Dresdner Architekturbüro O+M Architekten wurde 2008 von den Architekten Carsten Otto und Christian Müller gegründet. Das regional verankerte Unternehmen entwickelt mit Leidenschaft für gute Architektur gemeinsam mit Bauherren Projekte, die sich durch Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und architektonische Qualität auszeichnen. Für den Neubau des Heinz-Steyer-Stadions ist das O+M-Team gemeinsam mit der ZECH Hochbau AG und ZECH Sports GmbH (zuvor: BAM Deutschland AG / BAM Sports GmbH) sowie dem Planungsbüro phase10 für die Realisierung des Großprojektes verantwortlich. Im Interview stehen der Architekt und Geschäftsführer der O+M Architekten GmbH, Carsten Otto, sowie die zuständigen O+M Entwurfsarchitekten Georg Luhn und Gerd-Martin Dahlweid Rede und Antwort.

Interview mit den Architekten des Stadion-Neubaus von O+M

Foto v.l.n.r.: Carsten Otto (Architekt und Geschäftsführer O+M Architekten GmbH), Gerd-Martin Dahlweid und Georg Luhn (beide Stadion-Entwurfsarchitekten)

 

Welche Grundidee steckt hinter eurem Stadion-Entwurf, der nun gebaut wird?

Carsten Otto: Wir wollten, dass dieser historische Ort des Dresdner Sports auch zukünftig eine große Strahlkraft besitzt. In der Ausschreibung war ein Multifunktionsgebäude für verschiedene Sportarten, wie z.B. Fechten, Tanz, Radsport, Fitness und Squash gefordert. Außerdem eine große Tribüne und die komplette Erneuerung der Sportanlage. Im Sinne der Strahlkraft war es uns aber besonders wichtig, alle Einzelbausteine, die hier gefordert waren zu einem Ganzen zu fügen. Deswegen haben wir die verschiedenen Nutzungen des Gebäudes mit dem Stadionkomplex zu einer Großform vereint. So wird man sowohl von außen als auch vom Stadioninneren aus eine echte Stadionatmosphäre spüren können.

Georg Luhn: Prägend für unseren Stadion-Entwurf ist dabei die alles umarmende äußere Hülle, welche auch die Beleuchtungsanlage in Form eines Lichtrings enthält und welche dem Stadion seine Charakteristik und Symbolkraft verleiht. Wir wollten nicht nur ein Tribünenbauwerk konzipieren, sondern ein Stadion etablieren. Dieses wird von außen auch als solches erkennbar sein und eine Stadion-Atmosphäre entfalten. Der Stadion-Neubau und die vorgelagerte Plaza sind darüber hinaus auch als Eingangstor für die gesamte Sportspange im Dresdner Ostragehege konzipiert.

Interview mit den Architekten des Stadion-Neubaus von O+M

Bild: ARGE Phase 10/ O+M ARCHITEKTEN BDA

 

Was waren die Kern-Themen bei der Planung?

Georg Luhn: Das waren vor allem die Fassadenhülle und der Lichtring. Beides bildet zusammen die umrahmende Hülle, die die Stadionatmosphäre ausmacht. Durch diese entsteht eine Figur, welche alle Komponenten umarmt. Der Lichtring ist aus dem Gedanken entstanden, dass wir uns nicht vorstellen konnten, 70 Meter hohe Flutlichtmasten in direkter Nachbarschaft zur Dresdner Elbsilhouette zu planen. Durch den Lichtring wird die Beleuchtung in die Stadionfigur mit der ringförmigen Hülle integriert.

Gerd-Martin Dahlweid: So gehen Gestaltungs- und Nutzungszweck miteinander einher. Die konkrete Gestaltung der Hülle war dabei aber ein komplexes Unterfangen, da Form und Statik in Einklang zu bringen waren. Hier mussten wir intensiv während beider Ausschreibungsphasen optimieren, um das bestmögliche Ergebnis zu erreichen.

Carsten Otto: Ebenso entscheidend war die städtebauliche Einbindung des Projektes. So ein Stadion benötigt einen adäquaten Eingangsbereich, wo man sich trifft und zum Stadion gelangt. Wir haben hierfür eine Plaza vorgesehen, die sich zwischen dem neuen Stadion und der Ballsportarena erstrecken wird. Teil der Aufgabe war es, dass dieser Ort ein Auftakt für die gesamte Sportspange des Sportpark Ostra sein soll. Hierauf legt auch der Eigenbetrieb Sportstätten der Landeshauptstadt Dresden großen Wert und hat die strategische Bedeutung immer im Blick. In unserer konzipierten Plaza sind die gewünschten Funktionen des Sportpark-Eingangs vereint. Zusätzlich gewinnt das Stadion an Strahlkraft, da es nicht zwischen Zufahrten und Anlieferzonen eingequetscht wird, sondern in seiner Erscheinung Platz gewinnt.

Interview mit den Architekten des Stadion-Neubaus von O+M

Bild: ARGE Phase 10/ O+M ARCHITEKTEN BDA

 

Was passiert in den beiden Stadionkurven? Warum wurde der bestehende Stadionwall nicht genutzt?

Carsten Otto: Eine einfache Sanierung des einst aufgeschütteten Walls mit den vorhandenen Stufenanlagen war nicht möglich, da dessen Tragkraft für die geplanten mobilen Zusatztribünen nicht ausreichte. Gestalterisch haben wir uns für eine Erneuerung der Stufenanlagen in den Kurvenbereich ausgesprochen. Allerdings war dafür zunächst kein Budget da. Soweit wir wissen, wollen alle Beteiligten, dass an dieser Stelle wieder Stufenanlagen entstehen. Derzeit wird geprüft, ob es hierfür auch die notwendigen finanziellen Mittel gibt. Für die Stadionatmosphäre wäre ein nutzbarer, bis zur oberen Kante terrassierter Wall sicherlich die beste Lösung.

 

Hier geht es zum kompletten Interview – viel Freude beim Lesen:

Interview mit den Architekten des Stadion-Neubaus von O+M

Bild: ARGE Phase 10/ O+M ARCHITEKTEN BDA

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