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Dresdner Sportclub 1898 e.V. Abteilung Fußball | 19. Juli 2019

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Gegnervorschau & Anfahrt: SV Loschwitz

09.04.2019

Gegnervorschau & Anfahrt: SV Loschwitz

Bild: Aktuelles Mannschaftsfoto des SV Loschwitz (Quelle: SV Loschwitz – vielen Dank!)

Der Sportverein wurde 1949 als SG Loschwitz gegründet. Nach den Richtlinien des DDR-Sports übernahm im Jahr 1950 der aus der Scamag Kartonagen-Fabrik verstaatlichte VEB Kartonagenmaschinenwerk Kama Dresden als Trägerbetrieb den Verein. Damit verbunden war die Umbenennung in BSG Motor Loschwitz. Zum damaligen Zeitpunkt gab es 250 Mitglieder in den Sektionen Fußball, Volleyball, Wandern/Bergsteigen, Tischtennis, Kegeln und Orientierungslauf. Schon zu DDR-Zeiten betrachtete sich der Verein als sportliche Heimat für Jedermann.

Gegnervorschau & Anfahrt: SV LoschwitzMit dem Ende der DDR wurde der Verein im Jahr 1990 in SV Loschwitz e.V. umbenannt, die Strukturen dem neuen Vereinsrecht angepasst. Die Sektion Wandern/Bergsteigen wurde aufgegeben, dafür gibt es heute eine im Bereich Ü 50 sehr beliebte Allgemeine Sportgruppe/Gymnastik. Wie schon zu Gründungszeiten legt der Verein noch immer sein Hauptaugenmerk in den Freizeitsport als Angebot für Jedermann und natürlich auch Frau, was auch gern von der Bevölkerung im Dresdner Osten angenommen wird. Bis heute konnte die Mitgliederzahl im Gesamtverein auf 420 gesteigert werden. Der Sportplatz des Vereins einschließlich einer vereinseigenen Kegelbahn befindet sich unterhalb des “Blauen Wunder” auf der rechten Elbseite.

Die 1. Mannschaft des SV Loschwitz spielt seit der Saison 2013/14 in der Sparkassenoberliga Dresden und beendete die Saison 2017/18 mit 36 Punkten und 54:59 Toren auf dem 9. Tabellenplatz. Aktuell steht das Team mit 19 Punkten (5 – 4 – 9) auf Tabellenplatz 12. Das Hinspiel im Dresdner Heinz-Steyer-Stadion endete mit einem 6:0 Sieg des Dresdner SC.

 

Anfahrt

Die Anfahrt (7,5 km) erfolgt über Terrassenufer/Käthe-Kollwitz-Ufer und Blaues Wunder bis Loschwitz. Am Körnerplatz nach rechts in die Friedrich-Wieck-Straße biegen. Leider stehen im Bereich des Sportplatzes keinerlei Parkplätze zur Verfügung, da sich die Zufahrt in einer verkehrsberuhigten Zone befindet, deshalb bitte in der Fidelio-F.-Finke-Straße parken. Zum Sportplatz geht es weiter zu Fuß am Körnergarten und Elbehotel Demnitz vorbei unter dem Blauen Wunder hindurch, direkt neben der Brücke befindet sich der Eingang.

Adresse für Navigationsgeräte: Friedrich-Wieck-Straße 32, 01326 Dresden

ÖPNV:

  • Haltestelle Schillerplatz (StraBa 6/12 – Bus 61/62/63/65/84) und fußläufig über das Blaue Wunder auf der Oberstromseite (das ist rechts) bis zum Treppenabgang und unter der Brücke auf die Unterstromseite wechseln.
  • Haltestelle Körnerplatz (Bus 61/63/84 – Bergbahn B1/B2) und fußläufig die Elbbrückenstraße auf der Oberstromseite (von dieser Seite ist das links) bis zum Treppenabgang am Blauen Wunder und unter der Brücke auf die Unterstromseite wechseln.

 

Loschwitz

Die Gemeinde Loschwitz entwickelte sich aus einem Rundweiler unmittelbar am Elbufer und ist mit ca. 350 Hektar einer der flächenmäßig größten Stadtteile Dresdens. Neben dem eigentlichen Dorfkern südlich des Körnerplatzes gehören auch die Elbhänge bis zur Bautzner Landstraße, der Loschwitzgrund bis in Höhe Ulrichstraße und Fluren entlang der Pillnitzer Landstraße dazu. Die urkundliche Ersterwähnung von Loschwitz erfolgte am 18.Oktober 1227 in einer in Latein gehaltenen Tauschurkunde des Meißner Bischofs Bruno II., als er Luzcwiz dem Meißner Domkapitel übertrug. An Stelle der späteren Gaststätte Burgberg befand sich im 11./12. Jahrhundert eine slawische Wallanlage, von der jedoch keine Spuren mehr zu sehen sind. Der Ortsname wurde vermutlich vom Ortsgründer “Dorf des Lozek” abgeleitet, andere Quellen berufen sich auf slawische Übersetzungen von Loziza = Weinstock bzw. Leska = Haselnussstrauch.

Loschwitz bestand früher aus drei Gemeindeteilen, von denen der Dorfkern an der heutigen Friedrich-Wieck-Straße der älteste ist. Neben dieser Ratsgemeinde, die dem Rat der Stadt Dresden bzw. dem Maternihospital gehörte, existierte noch die dem Justizamt unterstehende Amtsgemeinde entlang der Grundstraße sowie die Winzergemeinde, die die verstreuten Weinbergsgrundstücke an den Elbhängen umfasste. Hinzu kamen sechs weitere Grundstücke, die zum Rittergut Wachwitz gehörten. Die komplizierten Besitzverhältnisse erschwerten die Herausbildung einer einheitlichen Gemeindeverwaltung, die erst nach dem Zusammenschluss der drei Ortsteile im Zuge der sächsischen Landgemeindeordnung von 1838 erfolgte. Anteile an den Loschwitzer Weinbergen besaßen u. a. das Dresdner Maternihospital, das Augustinerkloster in der Neustadt und die Pirnaer Stadtkirche. Später kamen die meisten Flächen in den Besitz wohlhabender Dresdner Bürger und Adliger, die hier ihren Sommerwohnsitz nahmen. 1785 erwarb auch die Familie Körner ein Weinberggrundstück in Loschwitz, in dem zeitweise Friedrich Schiller weilte und hier an seinem “Don Carlos” schrieb.

Die Bewohner im Dorf lebten hingegen vorrangig von der Elbe und verdienten ihren Lebensunterhalt als Fischer und Elbschiffer. Die übrigen Einwohner des Ortes waren arme Häusler, die ihre Wohnungen in den Weinbergen bzw. im unteren Teil der Grundstraße hatten. Meist betrieben diese neben Wein- auch etwas Obst- und Gartenbau bzw. führten kleinere handwerkliche Arbeiten aus. 20 von ihnen waren nebenberuflich als Jagdhelfer des Kurfürsten beschäftigt und wurden deshalb die “Zwanziger” genannt. An sie erinnert noch die Zwanzigerstraße im Stadtteil Weißer Hirsch. Außerdem existierten in Loschwitz einige Mühlen an der heutigen Grundstraße, die vom Loschwitzer Dorfbach “Trille” angetrieben wurden. Schwer betroffen war das Dorf durch die häufig auftretenden Elbehochfluten, aber auch durch kriegerische Ereignisse. Am 25. Juni 1639 brannten schwedische Soldaten fast alle Gebäude nieder. Zerstörungen gab es aber auch im Siebenjährigen Krieg und durch Napoleons Truppen im Jahr 1813.

Mit Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelte sich das frühere Winzer- und Fischerdorf zunehmend zum Ausflugsort, was zur Gründung zahlreicher kleiner Weinschänken und Gastwirtschaften führte. Vor allem Künstler fühlten sich von der Atmosphäre des Ortes angezogen. So verbrachten u.a. die Maler Gerhard von Kügelgen und Ludwig Richter viele Sommer ihres Lebens in Loschwitz. Hinzu kamen Tagesbesucher aus der nahen Residenzstadt sowie deren Gäste aus aller Welt. Gefördert wurde diese Entwicklung durch die Einrichtung einer Schiffsanlegestelle im Jahr 1851 und den Einsatz leistungsstärkerer Dampfboote für die bereits 1556 erstmals erwähnte Elbfähre.

Einhergehend mit dieser Enwicklung und der Bildung der Gemeinde Loschwitz um 1839 veränderte sich auch die Sozialstruktur des Dorfes. Die vorhandenen Weinberge wurden Mitte des 19. Jahrhunderts wegen des Rückgangs der Erträge zum Großteil parzelliert und mit villenartigen Landhäusern bebaut. Heute erinnern nur noch Reste alter Weinbergsmauern, Treppen und Weinspaliere an einigen Häusern an den früher wichtigsten Wirtschaftszweig, der mit dem Auftreten der Reblaus 1887 endgültig zum Erliegen kam. Auch im westlichen Ortsteil veränderte sich das Bild. Auf dem früheren Weinberg des Grafen Findlater entstanden ab 1850 die drei Elbschlösser für den preußischen Prinzen Albrecht, seinen Kammerherren Baron von Stockhausen und den Großkaufmann Souchay. Die Gebäude dominieren bis heute das Panorama dieses Elbeabschnitts und gehören neben dem Blauen Wunder zu den Wahrzeichen von Loschwitz. Am nahegelegenen Schotengrund besaß einst die bekannte Verlegerfamilie Brockhaus ein Grundstück. Unweit davon befindet sich seit 1870 das Wasserwerk Saloppe, benannt nach einer 1945 zerstörten Ausflugsgaststätte am Elbhang.

Der Aufschwung des Ortes führte gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu Eingriffen in die überkommene Bausubstanz. Teile des Dorfkerns mussten 1893 dem Bau der Elbbrücke weichen. Weitere Gebäude fielen der kompletten Umgestaltung des Körnerplatzes im Stil der Gründerzeit zum Opfer. Für bessere Verkehrsverbindungen sorgte nicht nur der Bau der Straßenbahnlinie nach Pillnitz, sondern auch die Anlage der beiden Bergbahnen zum Weißen Hirsch (1895) und nach Oberloschwitz (1901). An ihren Kopfstationen entstanden beliebte Gaststätten wie der Luisenhof und die heute leider nicht mehr vorhandene Loschwitzhöhe. Trotz des heftigen Widerstandes der Einwohner wurde Loschwitz am 1. April 1921 nach Dresden eingemeindet.

(aus “Dresdner Stadtteile” von Lars Herrmann)

 

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