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Dresdner Sportclub 1898 e.V. Abteilung Fußball | 30. März 2020

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Im Gespräch mit Abteilungsleiter Marcus Zillich

28.04.2016

Im Gespräch mit Abteilungsleiter Marcus Zillich

Immer wieder vernahm man in den vergangenen Wochen Diskussionen über die Entwicklung und Ziele der Abteilung Fußball des DSC. Die Mitglieder der Abteilung werden in den jährlichen Mitgliederversammlungen aus erster Hand über alle Belange informiert. Wir haben nun die Chance genutzt und uns mit dem Abteilungsleiter Marcus Zillich unterhalten und sind gespannt, wie er die aktuelle Saison und allgemeine Entwicklung einschätzt.

Online-Team: Hallo Marcus, das letzte Spiel gegen Zschachwitz wurde mit 4:1 gewonnen. Wie schätzt du das Ergebnis ein?

Marcus Zillich: Zunächst vielleicht eine allgemeine Einschätzung. In der Landesklasse hat sich inzwischen herauskristallisiert, dass die Dresdner Vereine, die aus der Stadtoberliga aufsteigen, Probleme haben, sich in dieser Klasse zu Recht zu finden. Durch den „Zusammenschluss“ von Bezirksliga und Bezirksklasse zur neuen Landesklasse ist der Unterschied zwischen den Mannschaften, vor allem auch denen aus dem ländlichen Raum, schon relativ hoch. Man sieht, dass zum Teil die lokalen Unternehmer und Sponsoren recht hohe Beträge in die Fußballvereine investieren und dadurch auch eine gewisse Qualität an Spielern in einzelnen Teams möglich ist. Den Dresdner Vereinen fällt es dann teilweise recht schwer, in dieser Klasse mitzuhalten, was ich so nicht gedacht hätte. Mann sieht dies ja auch jetzt wieder, wenn man sich die aktuelle Tabelle anschaut. Der Sieg in Zschachwitz ist natürlich sehr positiv, muss nun aber in den folgenden Spielen bestätigt werden.

Online-Team: Nach dem Last-Minute-Klassenerhalt im vergangenen Jahr hoffte man auf eine solidere Saison 2015/16. Nun steht man tabellarisch zwar etwas besser da als im Vorjahr, kämpft aber dennoch Woche für Woche um den Klassenerhalt. Hattest auch Du Dir mehr erhofft?

Marcus Zillich: Schwierige Frage – ich hatte mir sicherlich mehr erhofft. Schon vor der Saison in meiner Ansprache an die Mannschaft hatte ich gesagt, dass ich so ein Spiel wie gegen Weixdorf nicht noch einmal erleben möchte. Erst am letzten Spieltag der Saison den Klassenerhalt zu sichern, ist nichts für unsere Nerven. Ich hoffe jetzt, dass wir den Klassenerhalt dieses Jahr mindestens drei Spieltage vor Schluss schaffen. Und dann muss man die Saison knallhart analysieren.
Es zeigt sich dabei auch, dass wir nun in Jahrgängen angekommen sind, wo quantitativ der Nachwuchs fehlt. Das betrifft aber alle Mannschaften. So kann man sich zum Beispiel Zschachwitz am Wochenende anschauen, die am Wochenende mit nur einem Wechselspieler fürs Feld agieren mussten. Da bin ich froh, dass wir eine Wechselbank zur Verfügung haben, wo wir Spieler 1-zu-1 ersetzen können. Dennoch ist dies keine leichte Situation, die man jährlich lösen muss.

Online-Team: Immer wieder gibt es Diskussionen unter den Fans, wohin der Weg der 1. Männermannschaft eigentlich führen soll. Kannst du uns hier etwas zu den mittelfristigen Zielen der Abteilung sagen?

Marcus Zillich: Tendenziell ist die Ausrichtung, dass wir uns mindestens unter den ersten Fünf in der Landesklasse etablieren wollen und dann auch mit einem guten Jahrgang bzw. einer guten Zusammenstellung der Mannschaft die Chance haben, in die Landesliga aufzusteigen. Das habe ich noch immer als großes mittelfristiges Ziel für die Abteilung Fußball des Dresdner Sportclub. Das wünsche ich mir erstens aus persönlichen Gründen, weil ich selber die Landesliga-Zeit als Spieler beim DSC genossen habe. Und zweitens wünsche ich mir das als Sprungbrett für junge Dresdner Spieler, die mehr als „nur“ Amateurfußball betreiben wollen.

Online-Team: Der DSC besteht natürlich nicht nur aus seiner 1. Männermannschaft. Zweite, Traditionself und vor allem natürlich die vielen Nachwuchsteams sind ein wichtiger Faktor für den Verein. Wie siehst Du hier die Entwicklung und an welchen Stellschrauben gilt es weiter zu arbeiten?

Marcus Zillich: Sensationell wäre natürlich, wenn unsere Zweite den Aufstieg schaffen würde. Das gönne ich der Mannschaft sehr, auch weil dort einige Spieler schon viele Jahre dabei sind und es für die Truppe einfach toll wäre, wenn sie aufsteigen. Ich kenne hier ja einige Spieler sehr gut, wenn ich an solche „Legenden“ wie Ronald Zorn, den zurückgekehrten Stefan Horn oder Egbert Exner und die ganzen anderen Spieler denke – ich drücke der Truppe auf jeden Fall die Daumen und würde mich sehr freuen, wenn der Aufstieg gelingt!
Im Nachwuchs bin ich sehr froh, dass wir nach der Insolvenz und dem damit zusammenhängenden Neuanfang vor etwa zehn Jahren Vieles wieder aufgebaut haben. Wir standen damals vor dem Nichts, hatten 150 Abmeldungen von Nachwuchskickern. Inzwischen haben wir eher das Problem, dass wir eine sehr große Nachfrage an Kindern und Jugendlichen haben und uns weitere Trainer fehlen, um entsprechend Mannschaften in den Spielbetrieb schicken zu können. Auch die Ausbildung unserer Trainer liegt uns am Herzen, um ein Grundniveau zu erreichen, welches uns später im Großfeld- und Herrenbereich weiterhilft.
Wichtig ist ebenso, die Bindung der A-Jugendlichen an den Männerbereich zu vergrößern und diese hier besser zu integrieren. Das ist aber insgesamt schwierig, was ich auch bei meinem eigenen Sohn sehe. Der Spagat zwischen Freizeit, Schule und Hobby Fußball ist hier nicht immer so leicht zu bewerkstelligen.

Online-Team: Dann drehen wir den Spieß noch einmal rum. Was wünschst Du dir von den Fans und Anhängern?

Marcus Zillich: Ich wünsche mir eigentlich nur, dass alle Fans weiter so zur Stange halten wie bisher. Als Spieler habe ich es immer genossen, dass uns die Fans angefeuert haben, ebenso die Gespräche nach dem Spiel. Inzwischen habe ich ja sozusagen als Funktionär die Fronten gewechselt. Wir haben ja auch den einen oder anderen Fan in die Vereins- und Vorstandsarbeit mit eingebunden, so dass ich hoffe, dass dies auch weiterhin in der Zusammenarbeit so gut funktioniert. Es ja eine große Besonderheit, dass in der Landesklasse so ein fester und treuer Stamm zu jedem Auswärtsspiel mitfährt, immer wieder auch Choreographien durchführt und das Team unterstützt – das ist wirklich Wahnsinn!

Online-Team: Zum Abschluss – was ist Dein Tipp fürs Heimspiel gegen Bischofswerda am Samstag!

Marcus Zillich: Eins zu eins.

Online-Team: Vielen Dank für Deine Zeit und die äußerst ausführlichen Antworten!

[EE]

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