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Dresdner Sportclub 1898 e.V. Abteilung Fußball | 24. Januar 2021

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Grüße aus der Bärenhöhle

25.12.2020

Grüße aus der Bärenhöhle

Unser Maskottchen Friedrich nutzt die spielfreie Zeit für eine Kolumne auf der Webseite. Sonst lässt er sich im Programmheft ja über Gott und die Welt aus, heute hier:

Wie geht es euch, ihr Lieben? Ich habe so meine Probleme mit dem Coronaleben und das ist auch gut so. Denn das macht es mir einfach, mich auf ein Mehr an Normalität zu freuen, was wie das Licht am Ende meiner Bärenhöhle mittlerweile bereits zu sehen ist. Mit den Impfstoffen werden wir Schritt für Schritt wieder zurückfinden in unser gewohntes Menschen- und Bärendasein.

Aber ich erzähle euch jetzt nichts Neues, wenn ich euch sage, dass Corona den Vorhang vor diversen Problemen weggerissen hat. Denkt zum Beispiel an die Modebranche, das Gesundheitssystem, den politischen Populismus, die Digitalisierung, die Fleisch- oder Pelzindustrie. Ich bin da emotional nah bei euch haarlosen Nacktschnecken, trotzdem mir mein Fell natürlich als modische Hülle meist völlig ausreicht. Es sei denn ich ziehe mein noch nie gewaschenes Trikot von Sergio Rolando Bustos über. Wenn das als Mode gilt. Die Modebranche wird verändert und gerupft aus der Krise herausgehen, das Gesundheitssystem notgedrungen auch und wenn man auf Umfragen und Wahlen schaut, dann haben es die Populisten derzeit nicht mehr so leicht, ihre Köder auszulegen. Dinge kommen in Bewegung und es verändert sich nicht alles zum Schlechten. Wir können die Richtung mitbestimmen!

Ich denke, dass auch der Fußball sich derzeit verändert und weiter verändern wird. Gibt es etwas Langweiligeres, als heutzutage Profifußball anzuschauen? Gut, ich bin seit vielen Jahrzehnten das topmotivierte und hochprofessionelle Maskottchen eines eher unterklassigen Vereins. Aber bilde ich mir das nur ein? Die Moderatoren und Reporter geben sich zwar alle Mühe, die Spiele spannend zu quatschen, aber bei mir springt da, als meist ziemlich neutraler Zuschauer, kein Funke mehr über. Soll ich euch verraten, was ich glaube. Ich denke nicht, dass es an den fehlenden Fans liegt. Ich bin der Meinung, dass die meist ja sehr laute und bunte Fankultur die Probleme im Profigeschäft einfach übertönt hat und wenn man die Fans und die ganze Folklore rundherum ausblendet, ist es schon lange zu Tode langweilig in den betreffenden Sphären und Stadien.

Und davon werden wir ganz automatisch profitieren, indem wir einfach weiter ein authentischer Fußballverein der Herzen sind. Viele andere „kleine“ Vereine ebenso. Im Amateurfußball ist es auch mit 50 Zuschauern nicht belanglos und selbst wenn nur ein einziger Fan da wäre, so wäre es doch Fußball mit Leidenschaft, den er oder sie sehen würde. Wenn wir dann in ein paar Jahren Bundesliga spielen, werde ich das vielleicht noch mal überdenken müssen. Aber wir leben im Hier und Jetzt! Ihr merkt es, ich kann es kaum erwarten, bis unsere Sportclubbuben wieder das saftige Grün des Steyerovals betreten, der Zapfhahn blubbert, die Bratwürste auf dem Grill zischen und die handgemachte Anzeigetafel händisch bedient wird.

Aber bis es wieder losgeht, werden wir noch einen langen Weg beschreiten müssen. Die Richtung zeichnet sich langsam ab, aber klar sehen kann man es auch mit Brille noch nicht. Frühestens nach dem Ansteigen der Außentemperaturen und spätestens mit der Durchimpfung werden wir fußballmäßig wieder loslegen können. Aber der Winter hat gerade erst angefangen, die Impfungen noch gar nicht im großen Maßstab! Ich als Bär habe es da einfach, denkt ihr jetzt. Drei, vier Monate drücke ich im Winterschlaf locker auf einer Bärenbacke weg. Aber ich habe dieser Tage erst gelesen, dass frühe Menschen – also nicht ihr Homo Sapiense – auch noch Winterschlaf gehalten haben. Also schaut mal, ob ihr diese ausgeschalteten Gene vielleicht wieder aktivieren könnt.

Ich werde allerdings keinen Winterschlaf machen. Wie schon im Frühjahr helfe ich im Seniorenheim aus, bin Kuschelkontakt von einsamen Alten, helfe bei der Reduzierung der Keks- und Honigvorräte und aus meiner Unterwolle entstehen nach wie vor die besten FFP3-Masken. Auch an den anstehenden Weihnachtsfeiertagen werde ich hier bei meinen Alten bleiben und schwarz-mohnrote Anekdoten zum Besten halten.

2021 steht an. Die Eins steht für die eine Wahrheit, Göttlichkeit und aktive Essenz. Die Quersumme von 2021 ist Fünf. Fünf ist im lateinischen Wortsinn die Quintessenz: fünf Sinne, fünf Elemente. Es wendet sich also alles zum Guten. Allerdings habe ich auch vorgestern mit meinem Schwager aus Kolumbien videotelefoniert. Er ist ein Olingo – ein Makibär – und großer Mayafan. Olli – was für ein bescheuerter Name für einen Olingo! – ist der Überzeugung, dass der für 2012 von den Mayas prophezeite Weltuntergang auf einem Übersetzungsfehler bzw. Zahlendreher beruht. Er denkt, dass wir nun 2021 dran glauben müssen. Alles Humbug, wenn ihr mich fragt. Ich bin mir sicher, dass es 2021 wieder bergauf gehen wird. Wir sollten aber nicht die Gelegenheit verpassen, Dinge besser zu machen. Im Kleinen, wie im Großen.

In diesem Sinne wünsche ich euch ein frohes Fest und einen guten Rutsch! Fühlt euch ganz fest gekuschelbärt.

Euer Friedrich

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