Fantreffen – Politik im Stadion

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  • Dieses Thema hat 14 Antworten und 10 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 3 Jahre, 3 Monaten von kenobi.
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    Beiträge
  • #26396
    eenergy
    Teilnehmer

    Vielleicht besteht ja Bedarf an einem Sommerpausen-Fantreff/Forum, wo man darüber diskutieren kann und ggf. eine für ALLE vernünftige Linie im Selbstfindungsprozess festlegen kann. Also wen stört was? Und wen stört was nicht? Vielleicht ist das ja gar nicht so schwer. Ich glaube, hier bekommen wir das nicht gelöst 🙂 Dass dies ein Thema ist, habe ich aber auch von verschiedensten Seiten wahrgenommen.

    Zu so einem Treff müssten dann aber auch “alle Seiten” oder Einzelpersonen, die das beschäftigt, da sein …

    Ganz anonym: eenergy

    PS: Double-Sieger *yeah”

    #26399
    andi_dd
    Teilnehmer

    Max und auch Kenobi sind nun keine Unbekannten, Max hat da schon recht. 😉

    Über das Maß kann man sicherlich streiten. Grundsätzlich halte ich die Ausrichtung unserer Fanszene bzw. des Vereins aber für absolut richtig. Auch strategisch.

    Eine Fanszene, die ein bisschen alternativ ist: Das ist in Dresden und der Region ein Alleinstellungsmerkmal.

    Ich sehe überhaupt nicht, wie wir uns anders erfolgreich positionieren sollten, seien es die Zuschauer, seien es Sponsoren. Dass das in massivem Umfang Zuschauer verschreckt, halte ich für eine Mär. Ich bin 2007 zum DSC gekommen, da war der DSC komplett am Arsch. Die Zuschauerzahlen waren nicht prall, der noch einigermaßen akzeptable Heimschnitt kam nur daher, weil Vereine wie Riesa mit entsprechend vielen Gästefans hier aufgedribbelt waren. Und vor allem war die überschaubare Fanszene extrem überaltert. Nichts gegen die Älteren! 😉 Aber es fehlte halt massiv an Nachwuchs.

    Und seien wir ehrlich: Die glorreichen Zeiten waren unter Helmut Schön. Selbst zu Regionalliga-Zeiten hatte der DSC ein sehr begrenztes Zuschauerpotenzial. Da kann man nun wahrlich nicht erwarten, dass die Zuschauerzahlen in der 8. Liga durch die Decke schießen. Sie sind für diese Liga erstaunlich hoch.

    Oder anders ausgedrückt: Nehmen wir mal an, alle, die was gegen Nazis haben, ziehen sich zurück. Dann hat man erstmal gar keine Stimmung mehr bei Spielen. Und ich wäre extrem überrascht, wenn dann plötzlich wieder andere DSC-Fans in Massen zum DSC strömen würden. Wo waren die denn 2007 etc., als sich die Fanszene nicht so positioniert hatte wie heute? Wenn die verschreckt sein sollen, müssen die davor ja überhaupt erstmal dagewesen sein. 😉

    Ich halte die Entwicklung in mehreren Dimensionen für positiv. Wir haben einen nicht geringen Haufen an neuen Fans, die sich massiv für den Sportclub engagieren. Das neue Image des DSC hat auch dazu geführt, dass die Jugendteams von Anfragen beinahe überrannt werden. Allein in meinem Umfeld kenne ich einige Eltern, die ihre Kinder explizit deswegen zum DSC geschickt haben. In der polarisierten Stimmung hier in Dresden gibt es nunmal auch eine durchaus große Bevölkerungsgruppe, die Engagement gegen rechts schätzt. Wir sind beinahe der einzige Verein in Dresden, der diese Zielgruppe anspricht.

    Zu dem Positiven gehören auch unsere Kontakte zu anderen Fangruppen. Wir haben den DSC in Fußballdeutschland dadurch wieder präsent gemacht. Nach dem Niedergang des DSC hatte sich doch kaum jemand mehr an den DSC erinnert. Jetzt finden sich unter anderem bei Altona93 DSC-Fahnen, Altona-Fans, Leipziger und andere reisen extra wegen eines DSC-Spiels nach Dresden. Ein begrüßenswerter Trend, wie ich finde.

    #26400
    kenobi
    Teilnehmer

    Wer da ins Stadion kommt und welche Ansichten die Leute haben ist mir völlig egal, nur sollte bitte von massiven politischen Äußerungen egal welcher Art Abstand genommen werden, wir sind beim Fussball und nicht im Bundestag oder bei einer Demo! Ein Verein der nur eine bestimmte Personengruppe anspricht wird nie eine breite Masse an Zuschauern in das Stadion locken, egal in welcher Liga. Der DSC ist für alle da, fair, familiär und fußballverrückt.

    #26430
    sonic_kid
    Teilnehmer

    Ich finde es etwas befremdlich, dass sich hier Leute für antirassistisches und antifaschistischen Engagement rechtfertigen müssen. Eine Antifa-Fahne hat nichts mit Politik zu tun, sondern mit Menschlichkeit.
    Und ja: Diese Form von Sportlichkeit und Menschenwürde haben viele Fans von Vereinen wie etwa Energie Cottbus in den letzten Jahren in teilweise brutaler Art verhöhnt und bekämpft. Wie gut, dass es auch für freiheitlich denkende Menschen noch Sportplätze gibt, an denen sie sich nicht unwohl fühlen müssen.

    #26431
    ich83
    Teilnehmer

    Könnten die Damen und Herren mal aufhören ganze Vereine hier in den Dreck zu ziehen!Es sind Gruppierungen anderer Vereine die menschlich und geistig nur eine Richtung am Horizont kennen,der viel zu beschränkt und für andere nicht nachvollziehbar ist.
    Setzt euch direkt mit solchen Individuen auseinander aber nicht hier. Völlig sinnlos.
    Vereine können nichts für die Gedanken und privaten Aktivitäten ihrer “Fans”,dass ist nun mal so.
    Glückwunsch an den Dresdner Sradtmeister,Aufsteiger und Pokalsieger!!!

    #26434
    sonic_kid
    Teilnehmer

    Ich schreibe

    Diese Form von Sportlichkeit und Menschenwürde haben viele Fans von Vereinen wie etwa Energie Cottbus…

    Du forderst

    Könnten die Damen und Herren mal aufhören ganze Vereine hier in den Dreck zu ziehen!

    Hmm.

    Um allerdings, wie von dir vorgeschlagen, die Menschenwürde direkt bei den entsprechenden Ultragruppierungen einzufordern, bedarf es viel Muts und einer sehr guten Krankenversicherung. Da lobe ich es mir doch, wenn ein Verein frühzeitig durch sein Auftreten (natürlich kann das ein Verein steuern, wer sich auf der Tribüne breit macht) das Interesse Rechter an einer Infiltrierung zerbröselt.

    Gute Wahl!
    sonic kid

    #26623
    hawo
    Teilnehmer

    Pokalsieg! Geil!
    Ich sehe nicht, wo der Verein politisch ist. Und ich persönlich mag auch unsere Fans.
    Wenn Gegner der Antifa dem DSC fern bleiben, bin ich sehr dankbar.

    #26704
    Online-Team
    Verwalter

    Am Mittwoch gibt es ja nun Gelegenheit zur Diskussion – direkt nach dem Spiel im Casino mit Abteilungsleiter Marcus Zillich.
    https://dresdner-sc.de/fan-stammtisch-am-5-6-politik-im-stadion-26432/

    Wäre nur schön, wenn dann auch alle dabei sind, die dazu etwas zu sagen haben oder aktuell etwas stört.

    #26746
    dsc4ever
    Teilnehmer

    Wäre heute gerne dabei, habe leider gerade heute eine Dienstreise über Nacht. Daher wollte ich mich zu dem Thema an dieser Stelle äußern, zumal ich etwas befürchte, dass an diesem Stammtisch die Teilnehmer heute nicht repräsentativ für die Gesamtstimmung hierzu sein könnten. Ich selbst war früher dem Gedanken durchaus aufgeschlossen, dass wir uns durch eine politische Positionierung mit ja durchaus ehrenwerten Inhalten als Verein eine entsprechende Unterstützerbasis à la St.Pauli oder RS Leipzig – mit deren LK-Zuschauerzahlen wir beim DSC bestimmt happy wären – in Dresden schaffen könnten.

    Aber erstens ist Dresden nicht Hamburg oder Leipzig – zum Glück, wie ich finde – und zweitens bin ich inzwischen der Ansicht, dass Politik im Sport nichts verloren hat, umso mehr als die Polarisierung im politischen Leben mit entsprechenden Ab- und Ausgrenzungstendenzen immer mehr zunimmt und wir uns ja gerade als integrativer Verein verstehen. Ferner ist meine Erfahrung aus vielen Tribünengesprächen eigentlich durchgängig, dass der ganze „Politkram“ bei uns zumindest die Fans, mit denen ich spreche, total anpiept.

    Abgesehen vom Aspekt der Respektierung von Mehrheitsmeinungen möchte ich noch auf den historischen Aspekt DSC versus Politik verweisen. Das Schicksal, dass der DSC als „bürgerlicher Verein“ aus politischen Gründen erdulden musste, dürfte hinlänglich bekannt sein. Nicht mehr so im Bewusstsein ist evtl., dass wir nach der Wende, als es wieder bergauf ging, in den 90er Jahren eine relativ starke Fangruppierung „Ostfront“ hatten, die zahlenmäßig und stimmungsmäßig wichtig war, auch bei Auswärtsspielen präsent etc. – aber eben eine politische Orientierung aufwies, von der sich die damalige Vereinsführung zu recht distanzierte und man einen klaren Schnitt vollzog.

    Und das führt am Ende für mich zum Punkt: wenn man Politik im Stadion zulässt, wer entscheidet dann welche Politik, nach welchen Kriterien? Wenn Ansicht A hängen darf, warum nicht auch das Gegenteil, wenn es durch die Meinungsfreiheit gedeckt ist? Da kommen wir aus meiner Sicht in Konfrontationen, die uns nur blockieren, mit unserem eigentlichen Zweck, erfolgreich Sport bzw. Fußball zu betreiben, nichts zu tun haben. Ganz abgesehen davon, dass es fanmäßig im Saldo nichts bringt und bei Sponsoren eher negative Auswirkungen zu befürchten sind. Im Endeffekt ist es ohnehin entscheidend, dass man Werte nicht unbedingt im Stadion plakatiert, sondern im täglichen Leben praktiziert.

    #26750
    sonic_kid
    Teilnehmer

    Keine Sorge: Homophobie und Fremdenhass sind keine poltischen “Meinungen”, das gerät also nicht in Konflikt mit der Meinungsfreiheit (die auch gewiss niemand beschneiden möchte).

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