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Dresdner Sportclub 1898 e.V. Abteilung Fußball | 30. März 2020

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Interview mit dem Aufstiegs-Trainer Stefan Steglich

14.06.2016

Interview mit dem Aufstiegs-Trainer Stefan Steglich

Lange ist es her, dass eine DSC-Männermannschaft sportlich aufgestiegen ist. Während die Erste 2012 unter Mithilfe des Rückziehers des Tabellenersten in die Bezirksklasse aufstieg, müssen wir bis zum Jahr 1998 zurückblicken, um uns an den sportlichen Aufstieg aus der Oberliga in die Regionalliga zurückzuerinnern. Danach folgte noch die Qualifikation für die eingleisige Regionalliga als weiterer großer Erfolg.

Für die Zweite ging es 1996 in die Bezirksliga hoch – ab 2003 hieß es dann „nur“ noch Bezirksklasse und 2006 stieg die DSC-Reserve im Rahmen des sportlichen Niedergangs der Ersten in die Stadtliga ab. Hier spielte man dann fünf Jahre in der höchsten städtischen Liga ehe im Einklang mit der Ligenreform (Auflösung Bezirksklasse, Einführung Stadtoberliga) der „Absturz“ in die Stadtliga B erfolgte, quasi ein Doppelabstieg in die nur noch dritthöchste Liga der Stadt Dresden. Fünf Jahre hat es nun gedauert bis der Wiederaufstieg gelang. Grund genug für uns, sich mit dem Trainer der Zweiten, Stefan Steglich, zu unterhalten.

Online-Team: Hallo Stegi, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg mit der 2. Männermannschaft! Seit Sonntagmittag ist es endlich Gewissheit, dass Ihr in die Stadtliga A aufsteigt. Habt Ihr das auch ordentlich gefeiert?

Stefan Steglich: Ja, na klar – der gesamte Kader war am Sonntag dabei. Wir haben im Anschluss an das Spiel mit viel Gesang und auch Alkohol den Aufstieg kräftig gefeiert – gemeinsam mit einigen unserer Fans.

Online-Team: Wagen wir nochmal einen Blick zurück. Du hast die Zweite Anfang der Saison von Peter Klose übernommen, der dir anfangs auch noch als Co-Trainer zur Seite stand. Was war letzten Sommer die Ausgangslage bei der DSC-Reserve?

Stefan Steglich: Die Zweite war in der Vorbereitung in einer schwierigen Situation, da wir anfangs nicht wussten, wie viele Spieler überhaupt zur Verfügung stehen. Die Jahre zuvor hat die Zweite teilweise nur durch Verstärkungen aus der Ersten oder auch A-Jugend überlebt. Wir haben es dann aber zügig geschafft, eine quantitativ eigenständige zweite Mannschaft auf die Beine zu stellen. Das hat alles in allem sehr gut funktioniert, so dass wir die Saison erfolgreich abschließen konnten.

Online-Team: Die Fakten zur Saison: Platz 10 nach der Hinrunde mit 17 Punkten. Dann bestes Rückrundenteam mit 30 Punkten. Musste sich die Mannschaft erst an deine taktischen Vorstellungen gewöhnen oder woran lag der zunächst etwas zögerliche Saisonstart?

Stefan Steglich: Tatsächlich denke ich, dass es auch daran lag. Wir haben anfangs einiges umgestellt – sowohl in Bezug auf das System als auch in der taktischen Marschroute. Zudem mussten wir eine ganze Reihe an neuen Spielern integrieren. So kamen wir zunächst schwer in die Gänge und konnten nur unregelmäßig punkten. Stück für Stück konnten wir unser System dann aber festigen und waren dadurch im Endeffekt vorhersehbar erfolgreich. [verschmitztes Grinsen]

Online-Team: Du sagtest es bereits: der Schlüssel zum Aufstieg ist sicher in der Rückrunde zu suchen. Neun Siege, drei Unentschieden, eine Niederlage – und nur 13 Gegentore. Was hat Euch hier so stark gemacht?

Stefan Steglich: Wie gesagt, wir hatten unser System dann soweit verfestigt, dass wir in der Lage waren, verlässlich regelmäßig zu punkten.

Online-Team: Die Stadtliga B war diese Saison lange Zeit extrem spannend und eng beisammen. Bis zur Mitte der Rückrunde habt Ihr quasi zugleich um Aufstieg und Klassenerhalt gespielt. Erst beim Nachholer eine Woche vor dem Saisonfinale seid Ihr erstmals auf einen Aufstiegsplatz geklettert. Wie habt Ihr das als Mannschaft erlebt und ging der Blick wirklich immer nur nach oben?

Stefan Steglich: Auf Grund der Enge der Liga konnte unser Blick nicht permanent nach oben gehen, denn wir waren lange Zeit mit nur wenigen Punkten von den Abstiegsplätzen entfernt. Gerade nach dem einzigen verlorenen Rückrundenspiel gegen Turbine ging der Blick eher nach unten als nach oben. Wir konnten dann aber den Hebel nochmal umlegen und hatten am Ende einen derart guten Lauf, dass der Aufstieg die logische Belohnung war.

Online-Team: Ihr hattet lange Zeit weniger Spiele bestritten als die anderen Teams der Liga. Da standen Nachholer aus und auch der Spotgerichtsfall um das Pillnitz-Spiel haben die Tabelle für euch die ganze Rückrunde über verzehrt. Wie schwer ist es, dann mit dem Blick nach oben immer Milchmädchen-Rechnungen anstellen zu müssen oder habt Ihr einfach von Spiel zu Spiel geblickt?

Stefan Steglich: Wir hatten uns vorgenommen, immer nur von Spiel zu Spiel zu blicken, allerdings ist das nicht immer ganz so einfach. Wir haben aus dieser Situation aber auch ein Stück weit Motivation gezogen. Es war uns klar, dass es bei einer herausragenden Rückrunde mit vielen Siegen am Stück – auch aus den Nachholspielen – automatisch tabellarisch nach oben geht. Dies haben wir als unsere Chance gesehen und wahrgenommen.

Online-Team: Wie schätzt Du die Unterstützung durch die Spieler aus dem Kader der 1. Mannschaft ein und hat es auch diese Spieler weitergebracht?

Stefan Steglich: Die Unterstützung von Spielern aus der ersten Mannschaft war dieses Jahr sehr gut. Alle Spieler, die regelmäßiger dabei waren, wie Tom Deutschmann, Maximilian Schulze oder Sascha Hofmann – aber auch einige andere – konnten sich zudem stets mit der Aufgabe innerhalb der Zweiten identifizieren und empfanden dies nicht als Degradierung. Die Qualität der Spieler hat uns natürlich entscheidend vorangebracht!

Online-Team: Wir kommen natürlich nicht drum herum nochmal nach dem letzten Saisonspiel zu fragen. 4:0-Führung gegen den Tabellenletzten nach 50 Minuten und dann innerhalb von 15 Minuten drei Gegentore. Was hast du als Trainer an der Seitenlinie gedacht?

Stefan Steglich: Über dieses Spiel möchte ich nicht mehr sprechen.
[Nach kurzem Kopfschütteln und netter Nachfrage:] Was da passiert ist, ist ein Stück weit unerklärlich. Der Gegner war bis dato so schwach, dass ich mir schwer vorstellen konnte, dass es nach einem 4:0-Vorsprung nochmal eng werden könnte. Umso erschrockener war ich dann auch, dass wir es tatsächlich nochmal spannend gemacht haben.

Online-Team: Bekanntlich ist ja alles gut gegangen. Wie geht es nun weiter? Wird es personelle Ergänzungen aus dem Nachwuchsbereich geben?

Stefan Steglich: Die Zweite wird am 12. Juli wieder in das Training einsteigen. Aus dem Nachwuchs rücken nach aktuellem Stand fünf Akteure in die 2. Mannschaft hoch, so dass hier auch ein nahtloser Übergang aus der guten Jugendausbildung hin zum Männerbereich gegeben ist. Für die Nachwuchsspieler ist es zugleich das Sprungbrett, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen.

Online-Team: Und was ist von Euch in der kommenden Saison in der Stadtliga A zu erwarten?

Stefan Steglich: Wir kennen die Liga nicht genau, wollen uns aber schnellstmöglich integrieren und von Anfang an nichts mit dem Abstieg zu tun haben.

Online-Team: Das letzte Wort gehört wie immer unserem Interview-Partner – was möchtest du als Aufstiegs-Trainer noch loswerden?

Stefan Steglich: Ich möchte mich natürlich ganz herzlich bei meiner Mannschaft für die tolle Saison bedanken, diese hat mir wir wirklich sehr viel Freude bereitet! Ich hoffe, dass wir kommende Saison nahtlos an unseren Fußball und unsere Erfolge anknüpfen können.

Online-Team: Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg für die Truppe in der Stadtliga A!

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