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Dresdner Sportclub 1898 e.V. Abteilung Fußball | 8. August 2020

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Im Gespräch mit Kapitän Timo Hoffstadt

05.04.2020

Im Gespräch mit Kapitän Timo Hoffstadt

Seit 2017 spielt Timo Hoffstadt beim DSC und ist nun seit fast 2 Jahren auch Kapitän der Mannschaft. In seiner Karriere spielte der 29-Jährige bereits höherklassig. In unserem Interview erzählt der Mittelfeldspieler über seine Zeit in der 6. Liga, die aktuelle Situation, die Zukunft und beantwortet zum Abschluss einige kurze Fragen.

Online-Team: Hallo Timo, Du warst beim Spiel gegen Rietschen-See nur als Wechsler anwesend. Warum hast Du nicht gespielt und wie war es, das Spiel von draußen zu beobachten?

Timo Hoffstadt: Ich habe seit einigen Wochen Probleme mit meinem linken Knie. Eine genaue Diagnose wird noch folgen. In dieser Zeit unterstütze ich das Team beim Training als 2. Torwart und bei den Spielen natürlich von der Bank aus.

Und das fällt mir nicht leicht. Als Fussballspieler willst du immer spielen, egal was kommt. Wenn der Körper dir einen Strich durch diese Rechnung macht, tut das Zuschauen schon sehr weh.

Das Team hat aber über weite Phasen des Spiels das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Dass wir die wichtigen 3 Punkte verschenken und glücklich sein müssen, wenigstens mit einem Zähler den Spieltag zu beenden, ist unnötig. Ich sehe das im weiteren Verlauf als einen wichtigen Erfahrungswert für die Mannschaft. Das zeigt uns, wo wir an uns arbeiten müssen.

Online-Team: Derzeit ruht der Spielbetrieb, kommt Dir die Pause entgegen?

Timo Hoffstadt: Ja, mir persönlich schon, da ich nun mit Moritz an meiner Genesung arbeiten kann, was derzeit super funktioniert. Das persönliche Befinden spielt aber in der aktuellen Phase in meinen Augen eine untergeordnete Rolle.

Online-Team: Beschreibe doch mal den bisherigen Saisonverlauf aus Deiner Sicht. In welchen Spielen hätten wir mehr mitnehmen müssen? Gab es auch Partien, in denen wir Glück hatten?

Timo Hoffstadt: Uns war bewusst, dass es anders sein wird, als in der erfolgreichen Stadtoberliga-Saison. Die Spiele werden härter geführt und die Gegner sind cleverer als Helios oder Löbtau. Ich gehe nicht auf einzelne Spiele ein, fordere aber zu jeder Zeit, dass sich jeder Spieler hinterfragt, ob er tatsächlich alles für den Erfolg getan hat. Nur dann können wir lernen und als Mannschaft erfolgreich Fussball spielen.

Online-Team: Wie es diese Saison weitergeht bzw. in welcher Besetzung die neue Saison startet, steht noch nicht fest. Festgelegt wurde aber, dass ab der Saison 2021/22 nur noch zwei Landesklassen geben wird – auch wenn sich dies ggf. nun verschieben könnte. Wie findest Du die Entscheidung, die Anzahl der Staffeln zu reduzieren?

Timo Hoffstadt: Ich kann diese Entscheidung nicht ändern und finde sie legitim. Eine Ligareform geht immer mit einer Chance einher. Wir müssen nun alles dafür tun, um uns das Recht auf die Landesklasse zu erspielen.

Online-Team: Was wird kommende Saison nötig sein, um die Qualifikation zu schaffen?

Timo Hoffstadt: Spielerisch sind wir dank dem Trainer schon auf einem sehr guten Weg. Was fehlt, sind die Tore. Grundlegend fehlt es uns an Führungsspielern auf und neben dem Platz. Ich wünsche mir auf den zentralen Positionen punktuell Verstärkungen mit erfahrenen Spielern. Ich bin mir sicher, dass es uns als Mannschaft besser machen wird. Wichtig wird sein, dass sich aus den jungen Spielern (Jan, Torik, Hannes, Pascal zum Beispiel) gestandene Senioren-Spieler entwickeln. Sie sind auf einem sehr guten Weg.

Online-Team: Vor über drei Wochen fand das letzte Spiel statt, auch die letzten Trainingseinheiten sind 14 Tage her. Habt Ihr als Mannschaft derzeit Kontakt? Sind alle Spieler gesund?

Timo Hoffstadt: Zuerst das Wichtigste – Ich habe keine Info, dass einer der Spieler oder Funktionäre direkt oder indirekt von der Situation betroffen ist.

In einer WhatsApp Gruppe haben wir untereinander natürlich Kontakt. Punktuell schicken Spieler und auch Trainer ihre Nachweise über die Laufeinheiten in die Gruppe. Es wird irgendwann ein Datum geben, an dem wir uns wieder auf dem Platz treffen und jeder Spieler hat die Verantwortung für sich selbst, dann auf einem vernünftigem Fitnesslevel zu sein.

Online-Team: Gibt es vom Trainerteam einen Trainingsplan für Euch oder haltet Ihr Euch mit eigenen Übungen fit?

Timo Hoffstadt: Der Trainer stellt Dokumente und Infos zur Verfügung, mit denen wir an uns arbeiten können. Einen Trainingsplan gibt es nicht.

Online-Team: Du hast in Deiner fußballerischen Laufbahn bereits in der 6. Liga gespielt. Wie ist die Erinnerung an diese Zeit? Was waren die besten Spiele?

Timo Hoffstadt: Die Erinnerungen sind sehr schön. Es gab zu jeder Zeit über 20 Spieler im Kader, die um jeden Zentimeter auf dem Platz gekämpft haben. Da habe ich viel gelernt. Ich habe viele gute Trainer gehabt, wobei ich da zum derzeitigen Stand keinen Unterschied sehe. Die Professionalität und Sprache, die Micha spricht, war selbst für die Liga damals nicht selbstverständlich! Die Grundeinstellung der Spieler war eine andere – da bin ich auch ehrlich – das vermisse ich in unserer Mannschaft. Wenn ich einem erfahrenen Spieler (teilweise Ex-Profis) eine Schürze geschoben habe, habe ich das eine Aktion später zu spüren bekommen [schmunzelt] Und das war gut für den Lerneffekt, denn in kritischen Situationen in den Spielen, konnte ich mich eben auf diese Führungsspieler verlassen.

Es gab ein paar besondere Spiele. Zwei Spiele bleiben für immer in meiner Erinnerung.

Das Eine war in der Grotenburg gegen den KFC Uerdingen, wo wir den Krefeldern vor 3.300 Zuschauern fast den Aufstieg zunichte gemacht haben (Führungstreffer KFC erst in der 90. Minute).

Das Zweite ist mein erstes Spiel als Kapitän meines Heimatvereins, wo ich meine Mannschaft im Pokal gegen den Regionalligisten Rot-Weiss Essen auf das Feld führen durfte.

Online-Team: Du bist nun 29 Jahre alt und seit fast 3 Jahren, inklusive fünfmonatiger Unterbrechung, beim DSC. Gibt es Pläne, Dresden noch mal zu verlassen oder planst Du, Deine Karriere bei den Schwarz-Roten zu beenden?

Timo Hoffstadt: Ich bin sehr glücklich in Dresden, auch dank meiner persönlichen Situation mit Familie sowie Beruf, und sehe derzeit keinen Grund, Dresden zu verlassen. Karriereende ist ein großes Wort. Ich habe viel Verantwortung im Beruf und es ist mit 29 körperlich nicht mehr so leicht, wie mit 19. [lacht] Ich bin aber auch sehr glücklich beim DSC und mein größter Wunsch ist es, nochmal mit dem DSC in der Landesliga zu spielen. Wenn ich merke, dass ich beim DSC damit auf taube Ohren stoße, mache ich mir Gedanken.

Online-Team: Zum Abschluss unseres Gesprächs nochmal einige kurze Fragen mit Bitte um kurze Antwort: Welcher Verein außer dem DSC liegt Dir besonders am Herzen?

Timo Hoffstadt: SV Straelen / Borussia Mönchengladbach

Online-Team: Wer sind die drei besten Fußballer aller Zeiten?

Timo Hoffstadt: Zinedine Zidane, Lionel Messi, Gianluigi Buffon

Online-Team: Welche Sportarten außer Fußball interessieren dich?

Timo Hoffstadt: Joggen, Beachvolleyball

Online-Team: Worüber kannst Du lachen?

Timo Hoffstadt: Wenn man sich nicht zu ernst nimmt und gerne Freude verbreitet.

Online-Team: Bei welcher Frau – außer Deiner eigenen – könntest Du schwach werden?

Timo Hoffstadt: Da gibt es keine andere Frau!

Online-Team: Was fehlt nie in Deinem Kühlschrank?

Timo Hoffstadt: Frischkäse, Eier & Bier

Online-Team: Gibt es eine Fußballregel, die Du gerne ändern würdest?

Timo Hoffstadt: Ich liebe den Fussball mit seinen Emotionen und teilweise auch in seiner Härte. Alles, was das beeinflusst, würde ich ändern.

Online-Team: Vielen Dank für das Interview, bleib vor allem gesund! Möchtest Du zum Abschluss allen DSCern noch etwas sagen?

Timo Hoffstadt: Bleibt gesund! Ich freue mich, euch bald wiederzusehen.

[DH]

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