Im Flutlicht-Derby im Jägerpark zeigt sich der Dresdner SC zunächst druckvoll, führt zwischenzeitlich 2:0, doch am Ende müssen sich die Landeshauptstädter mit einem Punkt zufrieden geben. Das ursprünglich für das Heinz-Steyer-Stadion geplante Spiel wird kurzfristig getauscht, sodass der DSC im Jägerpark zum Flutlicht-Derby antritt. Vor 163 Zuschauern entwickelt sich ein intensives, emotionales Derby.
Die erste Halbzeit beginnt wild. Beide Teams suchen den Weg nach vorne, doch zunächst bleiben große Chancen Mangelware. Der DSC kommt über einen Freistoß von Paul Augustin zu seiner ersten richtig gefährlichen Situation, als Benno Sternhagen den Ball per Kopf nur an die Latte setzt. Kurz darauf muss DSC-Keeper Marius Kuhl bei einer Flanke der Hausherren seine ganze Klasse zeigen, als er einen Kopfball aus völlig freier Position über die Latte lenkt. Borea setzt gegen Ende der ersten Halbzeit mehr Druck, doch der DSC hält die Null und geht torlos in die Pause.
Nach der Halbzeit nimmt die Partie weiter Fahrt auf. Kevin Urbanek taucht frei vor dem Borea-Tor auf, doch Marwin Renk rettet im letzten Moment. Auch ein gefährlicher Freistoß von Augustin fliegt knapp am langen Pfosten vorbei. In der Folge kann der DSC zunehmend das Spielgeschehen bestimmen und erzeugt ordentlich Druck. Borea bleibt durch schnelle Konter gefährlich, Joe Löwe scheitert dabei zweimal an Kuhl beziehungsweise an der mangelnden Verarbeitung im Strafraum.
Die Führung für den DSC fällt nach einem Paul Augustin-Freistoß von der linken Seite, der ungehindert durch den Strafraum fliegt und direkt ins lange Eck einschlägt. Borea versucht sofort zu reagieren, doch Kuhl und die Defensive lassen kaum etwas zu. In der 66. Minute prüft Kevin Urbanek mit einem Kopfball den Borea-Torhüter, der den Ball sehenswert festhält, und nur wenige Minuten später verhindert Kuhl gegen Justin Löwe eine weitere gute Chance der Hausherren.
Nach und nach zieht sich das Derby zunehmend in die hektische Schlussphase zurück, viele Fouls und Diskussionen prägen die Szenen. Der DSC verpasst mehrfach, das zweite Tor nachzulegen: Urbanek und Dzenan Hot verpassen nach einer Flanke die große Möglichkeit, doch schließlich trifft der eingewechselte Moritz Mann, ein Eigengewächs des DSC, nach einem Konter und schiebt den Ball am herausgelaufenen Keeper ins lange Eck. Damit erzielt Mann, der zuvor in der 2. Mannschaft aktiv war, im ersten Landesliga-Einsatz direkt sein erstes Tor nach drei Minuten Spielzeit – die 2:0-Führung scheint gesichert.
Doch Borea gibt nicht auf. Simon Priebs trifft kurz darauf nach einem Angriff von der linken Seite zum 1:2. Borea-Angreifer Justin Löwe muss nach einer Tätlichkeit vom Platz als er einen DSC-Spieler umschubst, und die Partie wird in den letzten Minuten noch dramatischer. Robert Roch scheitert nach 96 gespielten Minuten knapp mit einem Schuss aus kurzer Distanz, bevor Borea in der letzten Aktion – die fünf Minuten Nachspielzeit sind bereits um – durch den eingewechselten Paul Kalauch den Ausgleich erzielt. Direkt danach pfeift der Schiedsrichter ab – das Derby endet 2:2.
Der DSC zeigt eine starke zweite Halbzeit, verpasst jedoch, die Führung ins Ziel zu bringen. Ein intensives, spannendes Derby, das auf beiden Seiten viel Einsatz und Kampfgeist zeigt. Über die gesamte Partie hinweg gesehen geht das Remis durchaus in Ordnung. Danke an die zahlreichen DSC-Fans, welche die Auswärtspartie im Dresdner Jägerpark mal wieder zu einem Heimspiel machten.
Statistik
SC Borea Dresden: Renk – Fuhrmann (56. Russo), Pohling (81. Lucic-Jozak), Möbius, Merkel – Schwalm (74. Kalauch), Krause, Justin Leonard Löwe, Börner (68. Müller) – Bruck (68. Priebs), Joe Lennard Löwe
Dresdner SC: Kuhl – Elmadbouk, Telle, Schickor, Sternhagen – Roch, Danz (79. Mann), Augustin, Goncalves Franco (86. Lehmann), Urbanek (90.+3. Börner) – Hot
Tore: 0:1 Augustin (53. Min), 0:2 Mann (80. Min), 1:2 Priebs (88. Min), 2:2 Kalauch (90.+7. Min)
Besondere Vorkommnisse: 90.+2. Min rote Karte Justin Leonard Löwe [SCB] (Tätlichkeit)
Zuschauer: 163

