Der Dresdner SC 1898 schließt sich der bundesweiten Kampagne „Verbandsstrafen abschaffen!“ an und erklärt seine aktive Unterstützung der Forderungen nach einer grundlegenden Änderung der verbandsrechtlichen Strafpraxis im Zusammenhang mit Pyrotechnik. Darüber hinaus strebt der Verein an, dieses Thema auf der nächsten Mitgliederversammlung zur Abstimmung zu bringen – und damit den Weg zu gehen, den bereits 19 Vereine in Deutschland vor uns gegangen sind.
Strafen zünden nicht – auch nicht in der Landesliga
Als Amateurverein in der Landesliga Sachsen erleben wir hautnah, was es bedeutet, wenn die Strafenpolitik der Verbände die Realität an den Spieltagen ignoriert. Pyrotechnik ist seit Jahren fester Bestandteil einer lebendigen Fankultur von der Bundesliga bis hin zu Amateurligen – sie schafft Atmosphäre, sie macht Fußball zu einem Erlebnis, das über 90 Minuten hinausgeht. Die Verbände jedoch haben in ihrer Bewertungspraxis zunehmend den Blick dafür verloren: Der positive Einfluss auf die Stimmung in den Stadien findet ebenso wenig Beachtung wie die Tatsache, dass Pyrotechnik – verantwortungsvoll eingesetzt – keinen Einfluss auf das Spielgeschehen hat.
Besonders kritisch sehen wir, dass die Verbände ein zunehmendes Sicherheitsempfinden beim Einsatz von Pyrotechnik und die seit Jahren ausbleibenden Verletztenzahlen in ihrer Praxis schlicht ignorieren. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung der letzten Jahre unmissverständlich: Die stetig gestiegene Anzahl von Bestrafungen hat den Einsatz von Pyrotechnik nicht verringert. Diese Erkenntnis hat bei den zuständigen Verbänden bislang keinerlei Berücksichtigung gefunden.
Legalisierung statt Kriminalisierung – ein ernsthaftes Gespräch ist überfällig
Der DSC 1898 fordert die Verbände im Rahmen der Kampagne auf, einen sicheren Umgang mit Pyrotechnik aktiv anzustreben, anstatt ihn weiter zu sanktionieren. Eine kontrollierte Legalisierung unter klar definierten Rahmenbedingungen könnte dazu beitragen, die unerlaubte Nutzung einzudämmen und mehr Sicherheit für alle Beteiligten zu schaffen. Andere Länder können hierfür ein Vorbild sein. Dafür braucht es eine ernsthafte, ergebnisoffene Diskussion und Prüfung – auf Verbandsebene, in den Vereinen und in der Fangemeinschaft.
Wir sind überzeugt: Wer Fankultur ernst nimmt, muss auch bereit sein, unbequeme Fragen zu stellen. Der Dresdner SC 1898 ist dazu bereit. Bis dahin gilt selbstverständlich: Das bestehende Verbot wird vom DSC 1898 ernst genommen und wir erwarten von allen Beteiligten, dass die aktuellen Regelungen eingehalten werden.
Mitgliederbeschluss auf der nächsten Mitgliederversammlung
Um diesem Anliegen auch intern den nötigen Rückhalt zu geben, wird der Verein auf der nächsten Mitgliederversammlung einen entsprechenden Beschluss zur Abstimmung stellen. Damit sollen die Verantwortlichen des DSC ausdrücklich beauftragt werden, sich im Rahmen der Kampagne „Verbandsstrafen abschaffen!“ für eine Änderung der Verbandsstrafen-Praxis einzusetzen.
Mehr Informationen zur Kampagne und ihren Forderungen findet ihr unter verbandsstrafen-abschaffen.de.
Gemeinsam. Kreativ. Friedrichstadt.

