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Dresdner Sportclub 1898 e.V. Abteilung Fußball | 8. April 2020

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Interview mit Nachwuchs-Trainer Thomas Müller

26.03.2020

Interview mit Nachwuchs-Trainer Thomas Müller

Bild: Aktuelles Mannschaftsfoto der C-Junioren mit Thomas Müller (mittlere Reihe, 2. von links)

Und weiter geht’s mit unserer Interview-Reihe. Diesmal haben wir mit Nachwuchs-Trainer Thomas Müller gesprochen. Thomas trainiert aktuell die C1-Junioren des DSC – gemeinsam mit Peter Manuel. Die Liaison des gebürtigen Pirnaers, der kommende Woche seinen 44. Geburtstag feiert, mit dem DSC begann dabei vor sage und schreibe 30 Jahren und hält bis heute an. Der Vater von drei Kindern spielte zunächst selbst im DSC-Nachwuchs und später kurz im Männerbereich. Den Rest verrät er Euch aber selbst.

Online-Team: Hallo Thomas, Du bist schon seit vielen Jahren Nachwuchstrainer beim DSC. Seit wann bist Du denn dabei und was hat Dich zum Sportclub gebracht?

Thomas Müller: Mein Hobby – der Fußball! [lacht] Das Fußballspielen habe ich mit 6 Jahren bei der SG Traktor Reinhardtsdorf angefangen. Es folgt dann der Umzug nach Dresden mit 11 Jahren. Danach habe ich im Kleinfeldbereich bei Rotation Dresden weiter Fußball gespielt. Mit dem Wechsel aufs Großfeld kam ich dann zum DSC, damals glaube ich gerade als FSV Lok Dresden agierend. [schmunzelt]

Beim DSC begann die schönste Zeit in Bezug auf mein Hobby. Aus dem Hobby wurde Leistungssport unter Trainer Harald Fischer … was für ein geiler Trainer! Egal ob Sturm, Regen, Schnee – das Training fand immer statt. Dreimal war Pflicht, fünfmal wurde das Training in der Woche angeboten. Unsere Truppe war damals echt erfolgreich und spielte in der Sachsenliga oben mit. Siege gegen den Chemnitzer FC oder ‚Fahrradlichtmaschine Dresden‘ waren immer Highlights.

Ich durfte als A-Jugendspieler und später als junger Mann auch ab und zu im Männerbereich aushelfen. Leider bekam der top-ausgebildete Nachwuchs damals unter Horst Rau nicht den Stellenwert, den er haben sollte. Dieser Herr Rau mit seiner für mein Verständnis unangebrachten Art und Weise mit jungen Nachwuchsspielern umzugehen, war am Ende auch der Grund, warum ich mich auf meine berufliche Ausbildung konzentriert habe. Und nach kurzer Liaison in der zweiten Männermannschaft habe ich dann die Fußballschuhe an den Nagel gehangen.

Jetzt ist die neue Generation Müller am Start. Durch meinen Sohn Luis kam ich vor 9 Jahren wieder zum DSC zurück. Andreas Mittag und Dietmar Müller waren damals in der F-Jugend die Trainer. Als Andreas gesundheitlich ausfiel und die F-Jugend vielleicht nicht mehr mit so vielen Mannschaften besetzt werden könne, habe ich „HIER“ gerufen … und so kam es, dass ich nunmehr schon recht lange dabei bin. Von der F-Jugend über die D-Jugend und jetzt die C-Jugend – das waren meine Stationen bisher.

Online-Team: Aktuell bist Du gemeinsam mit Peter Manuel für die C1-Junioren verantwortlich. Im Laufe der Zeit hast Du aber auch andere Altersklassen trainiert – was hat Dir am besten gefallen?

Thomas Müller: In der F-Jugend natürlich die Unbekümmertheit der Jungs und Mädchen. Das ging allerdings ein bisschen auf den Rücken – wir mussten ständig die Schuhe zubinden. [lacht] Aber es war eine tolle Zeit.

In der D-Jugend ist dieser Drang alles zu lernen toll, am besten in einer Trainingseinheit. Man wird langsam cool, aber der Trainer ist cooler. [lacht] Soll heißen hier ist es wichtig, dass man den Spielern auch noch vormachen kann, was man zuvor erklärt hat.

In der C-Jugend werden aus den Jungen langsam Männer. Der Stimmbruch setzt ein und so manches sieht etwas „komisch“ aus, was in diesem Alter jedoch absolut nachvollziehbar ist. Hier ist es wichtig, den Jungs zuzuhören und die einzelnen Stärken zu stärken und Schwächen zu schwächen. Für die Taktik haben wir auch das ein oder andere parat. Wobei meine Vorstellung beim Fußball in erster Linie Ehrgeiz, Einsatzbereitschaft, Disziplin und Kameradschaft sind. Also der bekannte Spruch: Alle für einen – einer für Alle!

Online-Team: Und wie geht es für Dich nach der Saison weiter?

Thomas Müller: Ich werde weiterhin für die C1-Jugend zur Verfügung stehen.

Online-Team: Das freut uns! Was ist das Tolle am Trainerdasein? Was kannst Du einem Interessierten an die Hand geben?

Thomas Müller: Es ist ein Ausgleich zur Arbeit und natürlich gut, etwas für die Allgemeinheit zu tun. Es freut mich ein bisschen, dafür verantwortlich zu sein, unserer Jugend Teamsport beizubringen. In meinem Beruf musste ich die Erfahrung machen, dass alle eingestellten Azubis, die jetzt noch aktiv oder früher mal Leistungssport betrieben haben, heute unsere besten Mitarbeiter sind.

Online-Team: Die C1-Junioren stehen auf einem soliden Mittelfeldplatz in der Landesklasse Ost – entspricht das Euren Erwartungen?

Thomas Müller: Unser Saisonziel war dieses Jahr erstmal der Klassenerhalt. Sonst heißt es natürlich Aufstieg! [lacht] Deshalb ist der aktuelle Platz über unseren Erwartungen. Bitte aber nicht den Spielern sagen. [psssst]

Online-Team: Das könnte hiermit jetzt schwer werden. Aber lesen die Jugendlichen überhaupt soweit!? Neuerdings gibt es auch ein Team der C2-Junioren. Wie läuft es mit zweiten C-Mannschaft – haben wir immer genug Spieler beisammen?

Thomas Müller: Dazu müssten die Trainer der C2 was sagen. Wir sind froh, sie an Bord zu haben und die Jungs der C1 sowie C2 verstehen sich prima. Da, wo es passt, werden auch Trainingseinheiten zusammen durchgeführt. Leider ist bei der C2 aber noch der eine oder andere dabei, wo man sich nicht sicher ist, was er eigentlich beim DSC bzw. Mannschaftssport will. Anfang der Saison haben wir lange überlegt ob wir mit diesem Kader mit zwei Mannschaften durch die Saison kommen. Aktuell scheint es ja aber, funktioniert zu haben.

Online-Team: Und wie hat sich das Team bzw. die beiden C-Jahrgänge seit Saisonbeginn entwickelt?

Thomas Müller: Siehe Tabellenplatz! [grinst] Nein im Ernst: die C1 besteht zum Großteil aus dem jüngeren Jahrgang. Sich so in der Landesklasse zu etablieren, zeigt die gute Entwicklung. Natürlich noch mit viel Luft nach oben. Die C2 ist ein reiner 06er-Jahrgang mit einem 05er-Spieler und spielt in der sogenannten Abstiegsrunde der Liga. Aber auch hier sind die zuständigen Trainerkollegen mit der Entwicklung zufrieden.

Online-Team: Nun ruht der Ball ja erst einmal. Und es ist völlig offen wie es weitergeht. Habt Ihr noch Kontakt zu den Jungs?

Thomas Müller: Leider nur sporadisch, da unsere Berufe nicht zu den „Stillgelegten“ gehörten. Das heißt, dass wir beide gerade auf Arbeit umso mehr zu tun haben. Wir haben jedoch Kontakt über unsere Mannschafts-App. Schön wäre es aber, hier mehr von den Jungs selbst zu hören!

Online-Team: Was rätst Du Deinen Spielern, denen der Fuß juckt und die es daheim nicht mehr aushalten?

Thomas Müller: Wir haben alle Spieler ganz konkret gebeten, jeden zweiten Tag Fahrradzufahren oder zu Joggen und dies am besten mit Ball. Außerdem soll jeder vor dem Schlafen gehen dreimal 30 Liegestütze und zweimal 20 Sit-ups machen. Soll heißen, sie sind jetzt selbst gefordert fit zu bleiben, um nach der Corona-Pause da weitermachen zu können, wo wir aufhören mussten.

Online-Team: Vielen Dank für das Gespräch und vielen Dank für Dein jahrelanges Engagement bei unserem DSC 1898. Möchtest Du zum Abschluss noch etwas loswerden?

Thomas Müller: Es wäre schön, wenn der Zusammenhalt, der gerade jetzt in dieser schwierigen Zeit ein Muss ist, auch nach der Corona-Krise in Bezug auf unser leider nicht vorhandenes Vereinsleben bei den zuständigen Stellen Gehör finden würde. Wir benötigen dringend ein eigenes zu Hause. Ohne dieses wird sich der DSC nicht weiterentwickeln können. Nur mit einem gelebten Vereinsleben ist mehr möglich als bisher! Davon bin ich tief überzeugt.

Ein großes Danke geht natürlich an den frisch gebackenen Papa Peter Manuel und die Kollegen Michael, Ronald und Moritz von der C2!

[EE]

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