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Dresdner Sportclub 1898 e.V. Abteilung Fußball | 30. März 2020

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Im Gespräch mit: René Müller

26.09.2014

Im Gespräch mit: René Müller

Seit Dezember des letzten Jahres gehört René Müller zum Trainerstab des DSC-Nachwuchs. Nach einem halben Jahr bei der C-Jugend trainiert der 28-Jährige nun die B-Junioren in der Landesklasse Ost – gemeinsam mit seinem Co-Trainer Ronny Krause. Mit diesem Interview möchten wir euch René Müller näher vorstellen.

Online-Team: Hallo René, stelle dich doch bitte kurz vor.

René Müller: Hallo, mein Name ist René Müller, ich bin 28 Jahre jung, gebürtiger Dresdner und seit kurzem glücklich verheiratet. Kinder habe ich noch keine, aber die Planung hierzu steht.
Ich bin in der Finanzdienstleistung tätig und starte nebenberuflich im Oktober beim IST, wo ich auch schon eine Weiterbildung zum Fußballmanager erlangte, meinen Bachelor im Sportbusiness Management.

Online-Team: Wann hast du begonnen, selber aktiv zu spielen und bei welchen Vereinen warst du in deiner Karriere aktiv?

René Müller: Bei dem Wort Karriere muss ich in meinem Zusammenhang schmunzeln. Ich muss gestehen, dass ich ziemlich spät zum Fußball gekommen bin, erst durch die WM 98 in Frankreich, geprägt durch Zinedine Zidane.
Vereinstechnisch bin ich dann etwas später bei Blau-Weiß Zschachwitz und Eintracht Dobritz untergekommen. Anschließend ging ich als B-Jugendlicher zu Eintracht Strehlen. Als Seniorenspieler probierte ich mich dann beim SV Loschwitz, ehe ich dann von 2006 bis 2008 für den TSV Kreischa spielte. Bevor ich letztes Jahr wieder nach Dresden zog, war ich einige Jahre beim SV Wersten 04 in Düsseldorf aktiv. Ich bin also gut herum gekommen in meiner “Karriere” [lacht]

Online-Team: Wann und warum hast du dich dazu entschieden, die Seite zu wechseln und als Trainer am Spielfeldrand zu stehen?

René Müller: Meine Frau und ich lebten einige Jahre in Düsseldorf, da hatten wir viel Zeit, um ehrlich zu sein. Meine Frau begann nebenberuflich mit ihrem Betriebswirt und ich war auf der Suche nach etwas, das mir Spaß macht und wo ich mich ausleben und weiterbilden konnte. Beim Fußballverband Niederrhein sah ich ein Aufbauseminar für ballorientiertes Verteidigen an der Sportschule Weder in Duisburg – da nahm ich aus Neugier dran teil und wusste, da geht mehr, da seh ich mich – im Bereich des Trainers. So kam es, dass ich mir im Sommer 2011 dann die C-Lizenz im Leistungsfußball aneignete.
Ich bin froh dass ich diesen Weg bislang auch so gehen konnte, es macht einen Riesenspaß, auch wenn es hin und wieder anstrengend ist. Aber von nichts, kommt nichts.

Online-Team: Welche Mannschaften hast du bisher trainiert? An welche Ereignisse als Trainer erinnerst du dich gerne zurück?

René Müller: Trainiert habe ich bislang die A- und C-Junioren beim SV Wersten 04. Als ich C-Juniorentrainer war, war ich ein halbes Jahr gleichzeitig als Spielertrainer der dritten Herrenmannschaft tätig.
Sicherlich war der Klassenerhalt mit der DSC-C-Jugend ein Highlight, da es ziemlich spannend war und wir es glücklicherweise in unserer eigenen Hand hatten. Das erreichen der Play-Offs zur Leistungsklasse mit den C-Junioren von Wersten 04 war ebenfalls ein Erfolg, der uns damals nicht zugetraut wurde.
An ein Spiel der A-Jugend des SV Wersten erinnere ich mich auch gern, als wir nach einem 1:4-Rückstand noch in der letzten Sekunde ein 4:4 holten.

Online-Team: Im letzten Winter bist du zum DSC gekommen. Warum hast du dich für die Schwarz-Roten entschieden?

René Müller: Die Sympathie, die mir entgegengebracht wurde, war ausschlaggebend.
Als ich letztes Jahr wieder nach Dresden gezogen war, wollte ich nicht lang ohne Verein und der dazugehörigen Trainertätigkeit bleiben. Nach Gesprächen bei Borea und Dynamo, deren Angebote interessant, aber deren Umfelder zu dem Zeitpunkt nicht anspruchsvoll waren, war das Gespräch mit Stefan Steglich und auch sein angebotener Fahrservice der entscheidende Punkt. Das wird er sicher gern lesen [lacht]
Dass der DSC eine beeindruckende Tradition und eine hier in Dresden nicht vergleichbare Geschichte hat, ist selbstredend.

Online-Team: Letzte Saison hast du die C-Junioren trainiert und bist nun zur B-Jugend gerückt. Wie kam‘s zum Jahrgangswechsel?

René Müller: Ich hatte den Wunsch, den Großteil der Jungs zu behalten, da wir uns, so behaupte ich es einfach mal, gut verstehen und weiter zusammen arbeiten und uns verbessern wollen. Diesen Wunsch konnte mir Stefan Steglich erfüllen.

Online-Team: In der vergangenen Saison sicherte sich die C-Jugend erst am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt. Auch wenn du die Mannschaft nur einige Monate trainiert hast, warum habt ihr euch so lange schwer getan?

René Müller: Warum wir uns so schwer getan hatten, lässt sich an einem Wort erklären: Effektivität! Diese konnten wir nicht aufweisen, so dass Spiele verloren gingen, die wir eigentlich im Griff hatten. Unser bestes Spiel zum Beispiel war kein Sieg, sondern ein torloses Remis. Aber ohne die Tore gewinnst du halt keine Spiele und holst die entsprechenden Punkte. Football, bloody hell.

Online-Team: Die B-Jugend besteht zum Großteil aus Spielern des jüngeren Jahrgangs. In die Punktspiele seid ihr mit einer knappen Niederlage in Görlitz und einem Unentschieden gegen Pirna gestartet. Was traust du der Mannschaft zu? Wie lautet dein Saisonziel?

René Müller: Ich trau der Mannschaft einiges zu, vor allem dass sie auch als Mannschaft auftritt. Das Potenzial, um in der Liga sicher dazustehen, ist da. Nur wie jetzt schon wieder in den ersten Partien deutlich wurde, müssen wir weiterhin an der Effektivität und der Ballkontrolle arbeiten. Hinzu kommen natürlich individuall-, gruppen- und mannschaftstaktische Aspekte. Und genau das ist auch mein persönliches Saisonziel – die Jungs fördern durch fordern. Als Verdienst soll dann selbstverständlich der Klassenerhalt herausspringen.

Online-Team: Gibt es Unterschiede zwischen deinen vorherigen Vereinen und dem DSC?

René Müller: Da gibt es definitiv Unterschiede. Die Sachsen gelten im allgemeinen als störrisch und etwas, ich sag mal unfreundlicher, also anders wie die Rheinländer zum Beispiel. Aber beim DSC geht’s sehr familiär und herzlich zu. Es macht einfach Spaß, weil eben jener Spaß nicht auf der Strecke bleibt.
Insgesamt ist es aber von den Abläufen her organisierter, hier hilft man sich mehr und man hat ein ausgezeichnetes Potenzial was die Trainingsbedingungen betrifft – auch wenn ich nach wie vor Bälle und tragbare Großfeldtore auf den Kunstrasenplätzen vermisse [grinst]

Online-Team: Wie lauten deine persönliche Ziele als Trainer? Willst du mal eine bestimmte Mannschaft/Altersklasse trainieren?

René Müller: Wie sagte Oliver Kahn? “Weiter, immer weiter!” Dies gilt auch bei mir. Wichtig ist bei mir vor allem: der Spaß darf nicht fehlen. Wenn ich merke, dass das Trainieren, das Fußball lehren, mir keine Freude mehr bereitet – bin ich raus.
Auch wenn die Erste nun einen neuen Coach hat, reizt mich die Position ungemein. Alles andere wäre gelogen und nicht sportlich motiviert. Jedoch möchte mich vom Prinzip her auf keine Altersklasse oder gar geschlechtsspezifischen Klassen festlegen – Ett kütt wie ett kütt.

Online-Team: Wie bildest du dich als Trainer weiter?

René Müller: Beispielsweise durch spezielle Zeitschriften des DFB oder Webinar-Angebote. Zudem kommen dann noch Lehrgänge für die Lizenzen und andere Fachlektüre. Das Spiel und das Training mit den Jungs lehrt mich jedoch am meisten.

Online-Team: Welcher Trainer ist dein Vorbild?

René Müller: Ein Vorbild zu nennen, ist schwierig. Einen speziellen Trainer gibt’s da nicht. Aber ohne Frage halte ich viel von Jürgen Klopp, der schon zu Mainzer Zeiten viel bewegte und die Moderne des Trainers zelebrierte. Frank Schmidt vom 1. FC Heidenheim ist durch seine Leidenschaft prägend und legendär ist natürlich Sir Alex Fergusen als Teammanager von Manchester United. Ich war im April in Manchester und stand vorm Old Trafford – unglaublich, was der Mann da geschaffen hat. Ein Traum.

Online-Team: Vielen Dank für das ausführliche Interview! Wir wünschen dir viel Erfolg und Spaß mit der B-Jugend. Möchtest du den DSC-Anhängern abschließend noch etwas mit auf den Weg geben?

René Müller: Zunächst darf ich mich bedanken für diese Anfrage und für die Möglichkeit, die mir gegeben wird. Dankeschön.
Es ist mir eine Freude und Ehre, das Wappen als Trainer des DSC tragen zu dürfen. Ich finde es klasse wie nach so vielen Jahren des Leidens so viele unterschiedliche Generationen nach wie vor den Verein supporten. Wenn nun die richtige sportliche Bahn eingeschlagen wird, ist definitiv ein guter Weg des Sportclubs in Sichtweite. Also, weiter so!
Ansonsten hoffe ich weiterhin auf eine tolle Zusammenarbeit. Danke.

[DH]

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